Gestern hatte ich zum allerersten mal ein Date mit einer Frau. V. kenne ich von okcupid. Wir hatten im Voraus wenig online miteinander geschrieben, weil sie diese Online-Gespräche genauso wenig mag wie ich. Ich war unglaublich aufgeregt sie zu treffen, ich denke vor allem, weil ich mit Frauen weniger Erfahrungen habe als mit Männern. Schon nachmittags, Stunden vor dem Treffen, konnte ich mich nicht mehr auf meine Studiensachen konzentrieren. Also bin ich spazieren gegangen und hab unterwegs ein paar Flaschen Wein im Biomarkt besorgt. Dass sie Wein mag, wusste ich. Wir wollten uns auf meinen Balkon setzen und das ein oder andere Gläschen trinken, quatschen. Wir waren auf 19.30 Uhr verabredet.
Ab 18.30 Uhr war ich mit den Nerven total am Ende. Ich räumte mein Zimmer auf, danach räumte ich Sachen unnütz durch die Gegend, dann putzte ich noch das Waschbecken, fuhr meine Augenbrauen nach, machte mir drei verschiedene Frisuren, nur um am Ende doch die Haare einfach offen zu lassen, ich zog mir eine andere Hose an, noch eine andere, dann einen Rock. Ich schrieb mit F. auf WhatsApp, um mich selbst zu beruhigen. Und dann klingelte es. Pünktlich. Ich liebe pünktliche Menschen!
Sie kam die Treffe rauf. Äußerlich total mein Typ, das war gleich klar. Ganz natürlich, ungeschminkt, ohne viel Klunker und Blingbling, mit lächelnden Augen. Wir umarmten uns.
Ich führte Sie in mein Zimmer und auf meinen Balkon, dann gingen wir zusammen in die Küche, um den Wein zu holen. Ich hatte mich im Biomarkt nicht entscheiden können (und wollen), also hatte ich einen Weißwein, einen Rosé und einen Rotwein da. Wir entschieden uns für den weißen und ich schank uns zwei Gläser ein. Ab auf den Balkon. Auf meinem Balkon steht eine Parkbank, hier hatte ich schon einige Dates. Meiner Meinung nach die beste Location, um sich kennenzulernen. In meiner vertrauten Umgebung fühle ich mich wohler als in irgendeiner Bar oder einem Restaurant, ich kann die Musik laufen lassen, die zum Moment passt und mir gefällt, und mein Balkon ist wirklich schön. Schön bepflanzt und abends voller Kerzen.
Wir hörten Maribou State und Bonobo, während wir uns unterhielten. Als es dunkel wurde, zündete ich die zwei Laternen und restlichen Kerzen auf meinem Balkon an. V. lebt poly, hat im Moment 2 feste Beziehungen mit Männern, aber ihr fehlen die Frauen in ihrem Leben. Ihr einer Freund wohnt in Brasilien und sie führen eine Fernbeziehung. Der andere wohnt in derselben Stadt wie wir, wird aber demnächst nach Thailand ziehen. Sie witzelte, dass sie so viele schlechte Beziehungen mit Männern hinter sich hat, dass sie sich automatisch immer Männer raussucht, die irgendwann weg sind, damit die Beziehung ein natürliches Ende hat. Mit Frauen hätte sie bisher wenige Erfahrungen, abgesehen von ein paar Dreiern. Ich erzählte ihr von meinen letzten Beziehungen, von meinen Erfahrungen mit meiner Exfreundin, von meiner Familie und noch vielem mehr. Wir verstanden uns auf Anhieb super, waren ganz auf einer Wellenlänge.
Irgendwann war die Flasche leer und wir machten den Rosé auf. Unglaublich leckerer Wein. Ich spürte den Alkohol ein bisschen. Draußen wurde es langsam kühl, deswegen setzten wir uns rein aufs Sofa. Und suchten ein bisschen die Nähe des anderen. Ich legte meinen Arm um sie, streichelte ihren Oberarm. Diese Frau roch unglaublich gut. Sie lehnte ihren Kopf an meinen. Ich strich ihr durch die Haare, zwirbelte das braune, schulterlange Haar um meine Finger. Ich küsste sie auf die Stirn, dann auf die Wange. Dann küssten wir uns und es war wunderbar. Frauen küssen mit so viel mehr Gefühl, ich hatte das so vermisst. Und V. küsste total sinnlich. Im Vergleich zu ihrer vorherigen, zurückhaltenden Art, küsste sie sehr fordernd. Meine Hände gingen auf Wanderschaft. Ich fuhr ihren Rücken hinab, die Kurven ihres Körpers entlang. Kniff ihr in den kleinen Po, streichelte über ihre Oberschenkel und Beine. Hielt ihren Kopf und verkeilte mich in ihren Haaren, während wir uns heftig küssten. Als ich ihr über ihre kleinen Brüste strich, seufzte sie auf.
Ich legte meine Arme um ihre Beine und ihren Rücken, sie hob sich an meinem Hals fest, und ich trug sie zu meinem Bett (Anm.: Kleinen Lebenstraum erfüllt ❤ ). Wir küssten uns leidenschaftlich, zogen uns gegenseitig aus, hatten unglaublich sinnlichen Sex. Es war wunderschön. Wirklich wunderschön.
Später schliefen wir Arm in Arm ein.
Ich stellte meinen Wecker extra eine halbe Stunde früher, um noch etwas mit ihr kuscheln zu können. Weckte sie heute morgen mit einem innigen Kuss. Neben ihr aufzuwachen war wunderbar.
Wir tranken noch einen Kaffee zusammen auf meinem Balkon, bevor ich an die Uni musste. Verabschiedeten uns mit weiteren sinnlichen Küssen.
Ich kann unser Wiedersehen kaum erwarten und bin unendlich froh, dass wir uns kennenlernen. Und schwelge bis dahin in positiven Erinnerungen an diese wunderbare Nacht mit dieser innerlich und äußerlich wunderschönen Frau.
Eure Clara