You know, dicks are huuuuge!

Ich bin abhängig von diesem Blog. Schreiben scheint tatsächlich süchtig zu machen. In den letzten Tagen habe ich sicherlich 10 mal zu irgendwem gesagt „Oh Gott, ich muss bloggen“. Aber wenn auch so viel gutes passiert!

Also alles der Reihe nach.

Vorgestern traf ich mich mittags mit einem Mädel, das ich über okcupid kennengelernt hatte. Schon als ich ihr Profil ansah dachte ich mir „die kenn ich doch irgendwoher“. Und tatsächlich. Vor ein paar Monaten hatte N.  mich mal auf einen Kochabend mitgenommen und der fand damals bei ihr daheim statt. Ich hatte sie damals als relativ monogames, heterosexuelles Wesen kennengelernt und eingeschätzt, daher war ich überrascht, rauszufinden, dass sie auch auf Frauen steht und anscheinend poly lebt. Wir trafen uns bei mir, tranken Kaffee, setzten uns auf meinen Balkon. Im Nachhinein weiß ich nicht so richtig, was ich von dem ganzen Treffen halten soll. Sie war super ehrlich und hat mir ihr komplettes Seelenleben erklärt. Sie trägt einen riesigen Rucksack mit sich rum, hat einige psychische Probleme. Irgendwann fragte sie mich, ob ich auch irgendwas psychisches mit mir rumtrage. Tue ich nicht. Ich bin kerngesund, habe keine Depressionen, nicht sonderlich viel, was mich belastet. Ich hab mir noch nicht mal irgendwann mal was gebrochen! Kein Essstörung, keine Sucht, kein Ritzen, nichts. Total langweilig im Vergleich. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass mich das für sie tatsächlich uninteressanter macht. Vielleicht hat sie das Gefühl, dass ich mich nicht so sehr in ihre verzwackte Psyche einfühlen kann, wenn ich mich selbst nie mit sowas rumgeschlagen habe. Ich weiß es nicht. Zudem war das ganze ziemlich ironisch, da ich auch noch im weißen T-Shirt und bunten, farbenfrohen Blumenrock diesem dunkel gekleideten Mädchen gegenüber saß. Der unschuldige Engel und sie, die schon durch alle möglichen Höllen gefahren ist. Ich fand sie super nett, und interessant auch. Aber wir sind meiner Meinung nach so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Ich bin der Tag (höhö).

Am selben Tag hatte ich abends noch ein Date. Mit G. Er hat einen französischen Namen, daher hatte ich erwartet, dass er Fronsosse ist. Nope. Schweizer. Also noch ein Schweizer in meinem Leben. Aber irgendwie mag ich die Schweizer (Achtung: Pauschalisierungsmodus on). Die sind so schön zurückhaltend.

G. ist groß, blond, schlank, sportlich, mit Bart, isst größtenteils vegetarisch oder vegan. Bringt also eine ganz gute Grundausstattung mit. Er studiert auch VWL, allerdings mit einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, an derselben Uni wie ich. Er meinte es hätte nicht mal ein Semester gebraucht, bis er aufgehört hätte Fleisch zu essen, nach allem was er in dieser Zeit über die ökologischen und gesundheitlichen Folgen unseres übermäßigen Fleischkonsums gelernt hätte.

Wir reden zu Beginn unseres Dates auf Deutsch, aber da das nicht seine Muttersprache ist, verstand er nicht alles, was ich sagte und brauchte lange um zu antworten. Irgendwann switchten wir um auf Englisch, weil wir über irgendein VWL-Thema redeten und wir beide auf Englisch studieren und es irgendwie natürlicher war, auf Englisch weiterzureden. Seitdem reden wir miteinander auf Englisch, aber schreiben miteinander auf Deutsch. Sehr interessant alles.

Wir redeten über alles mögliche. Tranken Wein. Er saß mir gegenüber, bis er mir irgendwelche Fotos auf seinem Handy zeigen wollte. Also setzte er sich neben mich auf die Parkbank auf meinem Balkon. Ab dem Moment kamen wir uns immer näher. Der Körper dieses Mannes fühlte sich unglaublich gut an. Ich steh ja voll auf so durchtrainierte Körper. Alles war so schön fest und gesund und muskulös. Sehr lecker. Und schöne Augen hat der Mann auch. Oh Gott hört sich das alles oberlfächlich an. Aber gut.

Irgendwann sind wir rein aufs Sofa. Ich war ein bisschen beschwipst und fragte ihn, ob er komplett hetero sei. Er erzählte, dass er sich letztes Semester mal bei einer schwulen Plattform angemeldet hatte, weil er das mit den Männern einfach mal ausprobieren wollte. Er traf sich einmal mit einem Typ und sie hatten Oralsex. G. sagt er würde das auch wieder machen, aber er steht schon mehr auf Frauen. Eine Beziehung könnte er sich mit einem Mann nicht vorstellen. Aber sexuelle Abenteuer würden schon gehen hin und wieder. Ich fragte ihn, ob er auch mal richtigen Analsex mit einem Typen ausprobieren würde. Er sagte: „I’m not sure. You know, dicks are huuuuge!“ Haha. Mega cool, der Typ.

Wir knutschen rum. Ist kein schlechter Küsser, aber an F. und V. kommt er nicht ran. Aber war in Ordnung. Ich fragte ihn, ob er bei mir schlafen möchte. Sex wäre nicht drin, aber wir könnten bisschen kuscheln. Da hat er natürlich nicht nein gesagt. Und dann kam das Highlight meines Abends mit G.:

Ich zog mich bis auf die Unterhose aus, zog mir ein Schlaf-T-Shirt über, putzte mir die Zähne, ging noch kurz aufs Klo und legte mich dann ins Bett. G. ging auch noch kurz aufs Klo und kam dann wieder. Dann stand er angezogen neben meinem Bett, er trug eine kurze Hose und ein Poloshirt. Und sagte zu mir: „I don’t usually sleep with my shorts on.“ Ich: „so take them off.“ Er: „Are you okay with that?“ Ich: „Of course!!“ So knuffig. Der Typ war so schüchtern irgendwie. Aber dann zog er sich aus. Und ich gaffte nur. Alter Verwalter, der hat nen Körper. Richtig schön. Kein Gramm Fett am Leib, schlank, aber nicht zu schlank, muskulös. Typisch für jemanden, der viel läuft und schwimmt. Oh und einen wunderbar runden Po hat er. Harrrrja.

Wir kuschelten uns im Bett aneinander und schliefen recht schnell ein.

Alles in allem ein unglaublich amüsanter Abend. Wir werden uns auf jeden Fall wiedersehen. Ist ja auch nicht so schwer, wenn wir an derselben Uni studieren.

Bis bald,

Eure Clara

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