Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht

Vor ein paar Tagen legte Christian Löffler bei uns in der Stadt auf. F. und ich wollten unbedingt hin. Ich lud auch noch einige andere Freunde ein, aber alle sagten nach und nach ab, entweder weil sie nicht fit genug waren, oder aus persönlich Gründen. Also gingen F. und ich alleine in Club. Der einzige andere Mensch, mit dem ich das machen kann und mich wohl dabei fühle ist meine beste Freundin A. Viele Leute wollen im Club bespaßt werden, wollen da reden und so und miteinander tanzen, wenn’s ganz schlimm kommt sogar im Kreis. Ich will das alles nicht. Ich will da rein, mir ein Bier an der Bar holen, auf die Tanzfläche gehen, und einfach die Musik spüren und tanzen und das genießen. Eigentlich könnte ich auch alleine in Club gehen. Aber es ist gut, noch jemanden dabei zu haben, der auch so ist. Und das ist F. Man sieht ihm richtig an, wenn ihm die Musik gefällt. Er geht da voll drin auf. Tanzt, zwar neben dem Takt, aber tanzt, schwitzt, grinst mich hin und wieder an, genießt das genauso wie ich. Mit ihm feiern zu gehen ist wunderbar.

Bevor wir zusammen weggingen kam V. zu Besuch. Wir kuschelten und redeten. Sie sagte, dass sie sich total wohlfühlt in meiner Nähe und gerne Zeit mit mir verbringt. Ich finde es schön, dass sie das einfach so offen sagt. Kennt ihr das, wenn ihr einfach so einen wunderbar schönen Abend mit jemandem hatten, demjenigen nah ward, tiefe Gespräche geführt habt, aber im Nachhinein nicht mehr so richtig wisst, was ihr über den Abend erzählen sollt? So geht es mir gerade. Das Grundgefühl, das bleibt, ist ein durch und durch verliebtes und positives, aber genaue Erzählungen fallen mir gerade schwer.

Um Mitternacht machten wir uns fertig und liefen zu einer Bar, wo wir uns mit F. treffen wollten. Auf dem Weg hielten wir zum ersten mal Händchen, das war echt schön. Aber es war schon krass, wie sehr wir insbesondere von den Männern auf der Straße gemustert wurden. Einer rief sogar hinterher „Eyyy seid ihr Lesben oder was?“.

Als wir bei der Bar ankamen fiel V. auf, dass ihr Schlüssel nicht in ihre Fahrradschloss passt und sie entschied sind, dann doch sofort nach Hause zu fahren. Das ist schon witzig irgendwie. Ich komme da an, küsse F. zum Hallo sagen, verabschiede mich dann von V. und knutsche mit ihr noch ein bisschen rum (Hab ich schon erwähnt, wie unglaublich gut diese Frau küssen kann?), bringe sie zurück zum Fahrrad, und gehe dann mit F. in die Bar, um die Nacht mit ihm zu verbringen. Dass das alles geht, ohne dass irgendwer eifersüchtig wird oder sich vor den Kopf gestoßen fühlt, finde ich total wunderbar, aber es überrascht mich. Wird vielleicht noch etwas dauern, bis ich da meine monogamen Fesseln abgelegt habe, die immer darauf warten, dass jeder irgendwelche Besitzansprüche geltend machen will und eifersüchtig wird und so. Diese neue Welt ohne diesen ganzen Kack ist viel schöner, aber ich bin noch so neu in ihr, dass es mich immer wieder positiv überrascht, dass es sie wirklich gibt.

F. und ich tranken in der Bar ein Bier, quatschen und knutschten ein bisschen rum, und machten uns dann auf den Weg in den Club. Der Vor-DJ war schon gut, aber als Christian Löffler (falls ihr ein Lied von ihm hören möchtet nebenher, bittesehr: Christian Löffler – Licht) auflegte, versanken wir beide total in der Musik. Der Bass dröhnte durch meinen ganzen Körper, ich spürte die anderen tanzenden Leiber um mich herum, bewegte meine Hüften im Takt. Es war wunderbar. Die Musik von ihm ist eher so ein bisschen ruhig, aber im Club hatte das denselben Effekt auf mich wie ruhiger Sex. Die Höhepunkte bahnen sich langsamer an, aber sind dafür umso intensiver. Und ja, gute Musik macht mich geil. Das war schon immer so.

F. und ich sind dann früh morgens zu mir gelaufen und hatten Sex. F. schaffte es mal wieder, mich so richtig fertig zu machen. Er leckte und fingerte mich und bekam dann irgendwie Lust darauf, meine Spielzeugkiste rauszuholen. Mit meinem großen geriffelten Dildo und dem Vibrator brachte er mich so oft zum Orgasmus, bis ich vollkommen erschöpft seine Hand wegnehmen musste. Ich war so befriedigt und glücklich. Ich blies ihm langsam einen, massierte seine Eier und seinen Damm und lies dann meine Hand weiter nach hinten fahren. F. stöhnte laut auf, als ich anfing, sein Poloch zu massieren. Als ich mit einem Finger eindrung, wurde sein Schwanz noch härter. Voll geil. Ich blies ihm langsam einen und massierte gleichzeitig seine Prostata, bewegte meinen Finger in seinem Po immer wieder ein bisschen anderes. Irgendwann kam er heftig stöhnend in meinem Mund. Obwohl F. im normalen Leben eher ein bisschen kühl und unemotional ist, lässt er sich beim Sex total fallen und gehen und ist richtig leidenschaftlich. Ich glaube diese Leidenschaft und, dass er auch so gerne dreckigen Sex hat wie ich, macht das ganze so großartig. Naja und er weiß, was er tut. Wenn es den guten Sex nicht gäbe, wäre der Mann auch deutlich weniger anziehend für mich, weil er mir eigentlich zu verschlossen ist. Ich komme nicht an ihn ran emotional. Obwohl ich das Gefühl habe, dass er langsam etwas auftaut. Die Art und Weise, wie er mit mir schreibt und redet, wird liebevoller. Das ist echt schön.

Am nächsten Tag schliefen wir aus und hatten dann nochmal Sex. Der war komplett anders. Ganz ruhig und langsam und einfühlsam. Blümchensex irgendwie. Sowas hatte ich mit ihm noch nicht. Das lässt mich irgendwie auch nicht kalt. Wir schliefen in der Missionarsstellung miteinander, er schaute mir viel in die Augen, küsste mich oft. Echt schön. Wer sich da nicht verknallt, hat ein Herz aus Stahl.

Es ist gerade ganz interessant. Ich habe zwei Menschen in meinem Leben, für die ich romantische Gefühle empfinde. Und beide sind so unterschiedlich und bereichern auf ihre Weise mein Leben. Meine Verbindung zu V. findet auf einer ganz emotionalen, sinnlichen, vorsichtigen Ebene statt. Ihr fühle ich mich nah, ohne dass wir miteinander schlafen. Ich fühle mich ihr nah, wenn sie redet, wenn wir kuscheln, Spaß zusammen haben, sie mir erzählt, was in ihr vorgeht, wenn sie ehrlich ist. Wenn ich ihr von meinem Leben erzähle, was mich bedrückt oder was schönes passiert. In V. verliebe ich mich wegen ihres Charakters und wegen ihres großen Herzens. F. hingegen lässt mich nicht so an sich ran. Er ist emotional distanzierter, ein bisschen kühl, nicht immer so einfühlsam. Er neckt mich ein bisschen zu viel und provoziert gerne, was mich beides manchmal abschreckt und nervt. Außerdem mag ich es nicht, dass er mir das Gefühl gibt, kein Teil seines Lebens zu sein. Er ist sehr aktiv und unternimmt viel, aber er frägt mich nie, ob ich mal irgendwohin mitkommen möchte. Auch bei Dingen, wo er wissen sollte, dass sie mich auch interessieren. Er hat sicher seine Gründe für sein Verhalten, aber ich kenne die nicht. Außerdem stört es mich wirklich sehr, dass er so oft Fleisch oder Fisch isst, und mir auch noch davon erzählt. Bei dem Thema bin ich so ein bisschen „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Wenn er das isst, ist das eine Sache, aber da muss und will ich nichts davon wissen. Trotzdem erzählt er es mir immer wieder, obwohl er genau weiß, dass es mir nicht gefällt. Es scheint ihm nicht wichtig zu sein, mir zu gefallen. Und das verletzt mich irgendwie. Es verletzt mich, dass er sich keine große Mühe mit mir gibt. Das gibt mir das Gefühl, unwichtig zu sein.

Ich habe schon mehrmals darüber nachgedacht, das mit F. zu beenden. Klüger wäre es, erst mal über alles zu reden. Das Ding ist aber, dass wir uns ja erst seit einer so kurzen Zeit kennen. Und ich bei emotionalen Dingen immer viel schneller bin als andere. Wenn andere gerade mal entdecken, dass sie mich interessant finden, bin ich schon bis über beide Ohren verliebt. Ich verliebe mich schnell und finde dann erst heraus, wie liebeswert die Person überhaupt ist. Ich habe das Gefühl, dass, wenn ich jetzt ein Gespräch mit F. führen würde, er mir gar nicht so richtig sagen könnte, was er eigentlich von mir will, weil er noch nicht so weit ist. Ich weiß, dass er sich in meiner Gegenwart unglaublich wohl fühlt und ich sehe, dass er langsam auftaut und sich die Kommunikation mit ihm langsam verändert. Aber warum muss das alles so langsam geschehen? Story of my life irgendwie.

Gleichzeitig finde ich F. uuunglaublich anziehend auf einer körperlichen und sexuellen Ebene. Der Mann weiß, was ich wann brauche um die besten Orgasmen meines Lebens zu haben. Mit ihm zu feiern und zu tanzen und zu schlafen macht unglaublich viel Spaß. Es ist ein bisschen wie mit Drogen. Man weiß, dass das ganze nach hinten losgehen könnte, aber es macht einfach zu viel Spaß und fühlt sich in dem Moment sehr geil an. Das typische Spiel mit dem Feuer eben.

In diesem Sinne: Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht.

Eure Clara

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