Die letzten vier Tage habe ich in Kyoto, Japan, mit meinem Exfreund verbracht. Er macht im Moment ein Auslandssemester in Japan und wir trafen uns in Kyoto, haben uns ein Zimmer geteilt und die Stadt zusammen angesehen. Mit ihm hatte ich meine letzte monogame Beziehung. Das ist jetzt 14 Monate her.
Seit unserer Trennung hatten wir uns nur einmal wiedergesehen, bei einem Treffen von gemeinsamen Freunden in München. Dennoch war schon im Voraus, als wir festlegten, uns in Japan zu treffen, die sexuelle Spannung zwischen uns da wie eh und je. Ich finde meine Ex immer noch heiß. Beim Anblick seines durchtrainierten Körpers bekomme ich selbst dann Bock auf Sex, wenn er angezogen ist und über Würmer redet. Und dann weiß ich eben, was dieser Mann mit mir anstellen kann. Nämlich Dinge, die sonst noch niemand wiederholen konnte.
Praktischerweise ging seine Beziehung zu einem Mädchen, über das er mir nicht viel erzählen wollte, noch vor seiner Abreise nach Japan zu Brüche. Er lebt monogam, muss man dazu sagen. Als wir noch zusammen waren, äußerte ich mehrmals den Wunsch, unsere Beziehung zu öffnen, und das endete jedes mal in sehr heiklen Diskussionen. All die Erfahrungen, die ich im letzten halben Jahr machen durfte und nicht missen möchte, konnte ich nur machen, weil ich mich von ihm trennte.
Also trafen wir uns in Japan in einem Hostel, wanderten zusammen durch diese wunderbare Stadt, redeten über dies und das. Über nichts, was mich wirklich bewegt, weil er von vorneherein sagte, dass er nichts über mein Privatleben wissen möchte, weil er immer noch nicht so weit wäre, dass er das neutral betrachten könne. Fand ich krass, immerhin ist unsere Beziehung eine ganze Weile her, aber gut. Ich hab ich dran gehalten. Er weiß, dass ich seit unserer Beziehung Erfahrungen mit Frauen gesammelt habe und er kann sich denken, dass ich nicht mehr monogam lebe. Letztendlich ist es ja auch egal, was er über mich weiß. Meine Ansprüche an unser Treffen waren ein paar Tage mit einem alten Freund zu verbringen, eine tolle Stadt zu besichtigen, und heißen Sex zu haben.
Letzteres wurde erstmal nicht erfüllt. Am ersten Abend hatte ich noch meine Tage und hab mich daher nicht so wohl gefühlt. Ich hab ihm aber einen geblasen und es hat Spaß gemacht. Am zweiten Tag hatten wir zwar Sex, aber ohne ein richtiges Vorspiel. D.h. es war gut, aber ich komme nur dann wirklich gut, wenn man mich auf Touren gebracht hat. Also war es nicht schlecht, aber eben auch nicht befriedigend. Und am dritten Tag hat sich mehr oder weniger der zweite Tag wiederholt. Dann war ich frustriert und habe das angesprochen. Und er hat verstanden. Kennt mich ja auch schon eine ganze Weile, der gute.
Es hat nur einen Tag gedauert, bis wir uns das erste mal wegen irgendwas stritten. Und danach anschwiegen. Wie früher eben. Ich weiß ganz genau, warum ich nicht mehr mit diesem Mann zusammen sein wollte. Wir haben absolut nichts gemeinsam. Nichts. Wir können über kaum mehr was reden, denn über mein Privatleben sollte ich ja nicht reden, über seins wollte er nicht reden, und dann gibt es da eine ganze Liste an Themen, über die wir per se nicht reden, weil das in endlosen Diskussionen enden würde (wie zum Beispiel die Themen Veganismus, Feminismus, Religion,…). Nicht so einfach. Dennoch kamen wir ganz gut mit allem zurecht. So richtig unwohl hab ich mich in den paar Tagen nie gefühlt. Und so richtig genervt war ich auch nie. Das ist besser, als als wir noch zusammen waren. Ich bin zufrieden.
Gestern Abend sind wir noch ein bisschen um die Häuser gezogen. Als wir heimkamen, war ich geil. Immerhin hatte ich drei Tage hintereinander unbefriedigenden Sex gehabt. War nie so richtig auf meine Kosten gekommen. Mein Ex war selbst noch so befriedigt, dass er sich ganz mir widmete. Er zog mich aus. Machte mich feucht, indem er meinen Hals küsste, mir in den Nacken biss, meine Ohren entlang fuhr. Meine Brustwarzen zwirbelte. Kein Mensch kennt meinen Körper und meine Orgasmen so gut wie er. Er weiß, wann sie beginnen, wann sie aufhören, was er wann tun muss, um sie zu verstärken und herauszufordern. Er weiß alles.
Er ließ mich immer wieder klitoral kommen und ich lief aus. Ich brauchte so dringend was in mir drin und er wusste das. Aber forderte das weiter heraus. Irgendwann war ich so geil, dass ich schon kam, als ich nur den Finger zwischen meinen Schamlippen spürte. Er war noch nicht mal mit seinem Finger eingedrucken und ich zerging schon. Dann gab er mir seinen Finger, und noch einen zweiten. Massierte immer wieder meinen G-Punkt. Brachte mich immer wieder zum Orgasmus. Ich spürte, wie sich die Flüssigkeit bildete, ich war voll bereit zum Squirten. Er wusste das. Zögerte es heraus. Brachte mich nochmal über meine Brustwarzen zum Kommen. Und legte dann endlich voll los. Ich kam so heftig. Ich ejakulierte so viel und so stark, dass es spritzte. Ihn an, bis zu mir ins Gesicht. Ich schrie mir die Seele aus dem Leib, während ich kam. Ich ließ alles los. Ließ mich komplett fallen. War für einen Moment vollkommen willenlos und in den Orgasmus eingetaucht.
Der Orgasmus war so stark und so befreiend, dass ich anfing zu weinen. Das ist nicht das erste mal, dass das passiert. Wenn ich so komme wie da, fällt alles von mir ab und ich kann nicht anders. Ist mir allerdings außer mit meinem Ex noch mit niemandem passiert. Nur er beschehrt mich mit dieser Art von Orgasmen. Auch wenn ich den Sex mit anderen Menschen interessanter und spannender finde, allen voran mit F. – so zum Kommen bringen konnte mich bisher niemand anderes. Allerdings kennt mich auch niemand so lange wie er. Daher will ich da mal nicht pessimistisch sein.
Auf jeden Fall haben wir uns heute wieder voneinander getrennt. Er zurück an die Uni, ich alleine weiterreisen. Wir sind beide befriedigt und zufrieden, und wissen beide dennoch, warum es besser ist, dass wir kein Paar mehr sind.
Übrigens hatten wir ein sehr interessantes Gespräch über Dreier. Er meinte, dass er sich durchaus vorstellen könnte mit mir und einem weiteren Mann einen Dreier zu haben. Und er könnte sich auch vorstellen, sich von mir mit meinem Strapon verwöhnen zu lassen. Also schauen wir mal, was sich noch alles mit diesem jungen Mann anstellen lässt, bevor er wieder in einer monogamen Beziehung versinkt.
Denn eines hat er auch gesagt: Den Sex mit mir vermisst er genauso wie ich ihn mit ihm. Gute Voraussetzung, oder?
Versaute Grüße,
eure Clara