Folgendes Lied höre ich, während ich an gestern Abend denke und diesen Eintrag schreibe: Spotify: Movement – Ivory (Rework)
Gestern Abend saß ich im Wohnzimmer meines Hostels in Ise-shi, Japan, und schaute einen unglaublich schlechten Liebesfilm an. Der Film war so bodenlos, dass ich danach richtig Lust auf eine tiefgründige Unterhaltung bekam. Also setzte ich mich mit an den Tisch eines Kanadiers und versuchte den Small Talk so schnell wie möglich zu überspringen. Ich weiß nicht mehr genau wie, aber ich bekam sehr schnell heraus, dass der Mann asexuell war. Da er die erste asexuelle Person ist, die ich kennenlernen durfte, ergraf ich die Möglichkeit beim Schopf und fragte ihn über alles aus. Ich fragte alles, was mir einfiel und ich interessant fand. Er fand das ganze amüsant und beantwortete alle meine Fragen. Es war echt eine nette Unterhaltung.
Dann kam sein Reisebuddy vom Bad zurück und setzt sich zu uns. Ein Deutscher aus Lübeck, 21 Jahre jung, in einer offenen Beziehung, brünett, Bart, sehr schlank, Berliner Akzent. Netter Typ soweit. Wir unterhielten uns über Feminismus, über Polyamorie (Der Kanadier meinte irgendwann so „I feel like it’s just like normal sleeping around, but they found a new fancy name for it“), über Ossis und Wessis und vieles andere. Nebenher tranken die Jungs ein bisschen Bier, und ich leerte die Rotweinflasche, die ich schon während des Films angefangen hatte zu trinken. Eigentlich wollte ich davon gestern nur die Hälfte trinken und die andere Hälfte heute, aber ihr wisst ja wie das ist, wenn man sich gut unterhält etc…
Der Kanadier verabschiedete sich irgendwann ins Bett und ich und der Deutsche blieben noch eine Weile alleine dort sitzen. Er fragte mich, ob ich mich auf daheim freuen würde. Ich bejahte, weil mir die Menschen dort fehlten, weil mir die körperliche Nähe fehlte, meine Freunde, Kuscheln, Sex, Kochen, und vieles mehr. Irgendwie verstand er das als Aufforderung, sich an mich ranzumachen, denn plötzlich hatte ich seine Hand auf meinem Knie. Ich konnte sofort spüren, wie sich mein Körper der Berührung hingab. Meine Knie sind echt empfindlich. Mein zweiter Gedanke war „Shit, ich hab mich seit bestimmt einer Woche nicht mehr rasiert.“ hahaha. Naja sein Problem. Ich faselte noch irgendwas von wegen ich würde ja nicht mit jedem schlafen, aber ich war in dem Moment schon so geil und wollte echt, dass da was passiert. Er war nett und gutaussehend und wir beide morgen an unterschiedlichen Orten – perfekt für einen Quickie.
Dann schmissen uns die Angestellten des Hostels aus dem Wohnzimmer, weil das nur bis halb zwölf geöffnet ist, danach ist Nachtruhe. Also brachten wir unsere dreckigen Gläser in die Küche, spülten ab, stellten meine leere Flasche Wein zum Glasmüll, und fingen an in der Küche rumzuknutschen. Der Mann küsste absolut nicht nach meinem Geschmack, zu viel Zunge, viel zu viel Zunge. Aber es war mir so dermaßen scheißegal in dem Moment. Ich dachte nur so „weniger küssen, mehr anderes machen“. Wir schlossen uns im Duschraum ein. Ich riss mir meine Kleider vom Leib, er tat dasselbe. Gut bestückt war der Junge. Er fragte, ob ich Kondome hätte. Hatte ich, vegane Einhorn Kondome aus Deutschland! Hahaha. Also weiter. Er zog mich an sich und irgendwie strömte alles an ihm Dominanz aus. Gar nicht meins. Sagte ich ihm auch. Er reagierte cool und sagte, dann soll ich doch das Ruder übernehmen. Ich fasste ihn am Nacken und dirigierte ihn Richtung Lustzone. Er kniete sich vor mich, leckte mich, fingerte mich. Ich kam ziemlich schnell, weil die ganze Situation irgendwie geil war. Ich kam etwas zu laut. Das Personal klopfte an die Tür, weil man nachts auch nicht duschen darf. Naja, taten wir ja nicht höhö. Wir warteten, bis der Klopfer wieder weg war und machten weiter. Ich kniete mich vor ihn, wehrte alle Versuche, meinen Kopf anzufassen ab (wie ich das hasse!), und blies ihm einen. Er machte das Kondom auf und gab es mir. Ich rollte es ihm mit dem Mund über, das fand er ziemlich geil. Dann stand ich auf, drehte mich um und bückte mich etwas. Er nahm mich bei den Hüften und fing an mich im Stehen zu rammeln. Es war kurz und hart und geil, wie ein Quickie sein sollte. Ich brauchte noch ein bisschen mehr und nahm seine Hand und führte sie nochmal zu mir nach unten. Er fingerte mich. Ich: „Mehr G-Punkt.“ Den bekam ich. Holla. Ich sagte „Nur noch einmal, aber saug dabei an meinen Nippeln.“ Tat er. Und ich war beglückt und befriedigt und zufrieden.
Wir zogen uns an, verschwanden in unsere Betten, und werden uns wahrscheinlich nie mehr wiedersehen.
Ich schrieb G. noch kurz eine Nachricht und erzählte ihm davon, schrieb noch ein paar andere Sachen. Dann schlief ich ein. Als ich heute morgen aufwachte las ich seine Antworten. Ganz am Ende schrieb er: „P.S. Come back soon, autumn is the best time to be in love
„. Ich bin dahingeschmolzen. Und freue mich auf ihn. Und muss bei folgendem Lied irgendwie an ihn denken: Spotify: Clueso – Kein Bock zu gehen
Glückliche Grüße,
Eure Clara