Die gestrige Nacht war so verrückt, ich kann selbst noch nicht so richtig glauben, was da alles passiert ist. Sie hatte definitiv ihre Höhen und Tiefen, aber die Höhen waren höher als die Tiefen tief. Aber mal alles von Anfang an.
Ich hatte mir tagsüber die Tempel und Schreine in der Umgebung angesehen und war am späten Nachmittag noch kurz zum Supermarkt gegangen, um es mir im Hostel mit einer riesigen Menge Gemüse und einer Flasche Rotwein bequem zu machen. Ich chattete viel mit G. und schaute den Film „The Intern“ mit Robert de Niro und Anne Hathaway. Ganz netter Film eigentlich. Obwohl ich über drei Stunden immer wieder ein Stück davon ansah, habe ich nur etwa die Hälfte davon gesehen bis jetzt. Ich saß im Hostel am Esstisch, die Füße auf einen Stuhl gelegt, mein Tablet mit dem Film vor mir, die Flasche Rotwein daneben und ein Glas, das ich immer wieder füllte.
Irgendwann kamen zwei Europäer ins Hostel und der eine schnappte sich eine der Gitarren, die hier rumliegen und fing an, Musik vom Buena Vista Social Club zu spielen. Er sang richtig gut. Irgendwer fand noch eine Trommel. Der japanische Hippie, dem das Hostel hier gehört, fing an zu tanzen. Da war ich also, in Japan, hörte cubanische Musik, gespielt von einem Belgier mit spanischen Wurzeln (wie sich später herausstellte), trank einen Malbec aus Argentinien, und schaute einem japanischen Hippie beim Tanzen zu.
Der andere Europäer kam irgendwann zu mir an den Tisch und wir fingen an, uns zu unterhalten. Er war Däne, 21 Jahre jung, groß, rotblondes Haar, absoluter Charaktermensch. Einer dieser Menschen, die in den Raum treten und mit ihrer guten Laune und ihrem Humor sofort alle anstecken. Wir unterhielten uns prächtig, ich hatte viel Spaß. Dann kam sein belgisch-spanischer Reisekumpel dazu und die Stimmung sank. Das lag vor allem auch daran, dass der irgendwann herausbekam, dass ich Veganerin bin und mich mit dummen, nicht lustigen Witzen bombadierte, die außer ihm sonst niemand lustig fand. Irgendwann entschieden die zwei sich, ein bisschen um die Häuser zu ziehen. Ich blieb da und schaute weiter meinen Film und unterhielt mich weiter mit G.
Etwa zwei Stunden später tauchten sie wieder auf. Sie hatten Schnaps gekauft. Und wir fingen an zusammen zu trinken. Und zu flirten. Irgendwann kraulte der Belgienspanier meinen Nacken und zog mich zu sich, um mich zu küssen. Auch wenn der Mann vom Äußeren absolut nicht mein Typ war – zu dunkel, zu dürr, zu südländisch – küssen konnte er hervorragend. Der Däne interessierte mich dennoch mehr. Ich knutschte mit dem Dänen rum. Der küsste nicht ganz so gut. Zu viel Zunge, zu dominant. Wir drei waren die einzigen Nicht-Asiaten im Hostel und erregten ein ganz schönes Aufsehen.
Irgendwann zog der Belgienspanier mich zu sich und fragte, ob ich Lust hatte, mit ihm hoch zu gehen. Hatte ich. Wir schlichen uns in sein Zimmer (Mehrbettzimmer wohlgemerkt…) und in seine Kajüte. In dem Hostel schläft jeder etwas abgegrenzt in einer Art Kapsel, d.h. es ist blicksicher, aber nicht akustisch abgeschirmt. Wir machten rum, zogen uns aus, alles war ok, bis er tatsächlich versucht ohne Kondom mit mir zu schlafen. What the fuck. Ich stand auf, zog mich an, und verließ das Zimmer, ohne nochmal mit ihm zu reden. Geht ja mal gar nicht. Als ich wieder unten im Gemeinschaftsraum war, kam mir der Däne entgegen und meinte minimal aufgeregt, dass das ganze Hostel wüsste, dass wir gerade Sex hätten und sich irgendwer beschwert hätte und das Personal fast ins Zimmer gekommen wäre um uns zu stören. Er hätte die aufgehalten und gemeint, dass das doch alles nicht so schlimm sei und so weiter und so fort. Mich juckte das jetzt nicht so sehr, und es macht mir auch nichts aus, dass die wissen, dass ich Sex hatte. Aber ich war ziemlich aufgewühlt wegen der Kondomgeschichte. Ich erzählte das dem Dänen und fing fast an zu heulen, ich war ja auch nur minimal betrunken. Da das Hostel die Gemeinschaftsräume um halb zwölf schließt und es anscheinend schon so spät war, schlug der Däne vor, sich draußen irgendwo hinzusetzen und ein bisschen zu quatschen.
Wir gingen raus und setzten uns vor dem Hostel auf eine Bank. Ich sagte, dass ich jetzt eigentlich einen Drink bräuchte, und er ging nochmal rein um den restlichen Schnaps zu holen. Also saßen wir da draußen, er nahm mich in den Arm, küsste mich auf den Hinterkopf, sagte „you are safe now“, erkundigte sich immer wieder, ob es mir wirklich gut gehe und wie ich mich fühle, wir tranken Schnaps und redeten über Gott und die Welt. Befreundeten uns auf Facebook. Er erzählte mir, dass er vor ein paar Jahren einige Erfahrungen mit Männern gesammelt hatte, und das alles richtig gut fand, aber sobald es um Analsex ginge, würde ihn das abturnen. Er hatte echt gehofft, dass er vielleicht auf Männer stehe, weil die Kommunikation zwischen Männern so viel einfacher wäre. Unsere Konversation wurde schlüpfriger. Irgendwann meinte ich zu ihm: „I would love to have sex with you right now.“ Und er antwortete: „And I would love to have sex with you.“
Wir schlichen uns ins Hostel, in den Gemeinschaftsraum. Er zog mich aus. Ihm gefielen meine Brüste. „You have wonderful breasts.“ Er leckte und saugte und knabberte an meinen Nippeln, dass es weh tat. Aber irgendwie war der Schmerz geil. Er war super dominant, aber irgendwie fühlte ich mich total wohl mit der Sache, ich hatte das Gefühl, dass er mir genau das geben würde, was ich brauchte. Er befahl mir, mich auf einen der Sofatische zu setzen. Ich wurde am ganzen Körper geküsst und gestreichelt. Mein Höschen wurde ausgezogen. Ich war so geil. Er leckte mich, machte mich immer heißer. Nahm sich Zeit mit mir. Irgendwann sah er mich mit seinen dunklen Augen an uns meinte: „This is how you should be treated. Don’t ever be OK with less than this.“ Er machte weiter. Ich irgendwann: „I need something inside me!“ Er: „I know what you really want. You want my dick.“ Ich: „Yes.“ Er: „Say what you really want.“ Ich: „I want your dick!“ Er: „You want my dick?“ Ich: „Yes. I want your dick really bad.“ Er: „Well you are not gonna get it.“ Ich: „Why?“ Er: „Because you’re not gonna get my dick.“ Der Mann zwang mich immer wieder zu diesen dirty talks. Normalerweise gar nicht meins, aber es war alles so geil und passte irgendwie zu allem, was da geschah. Und es machte mich noch geiler.
Er sagte, dass er so viel getrunken hatte, dass er keine wirkliche Erektion haben würde. Zog mich Richtung Duschraum. Machte das Wasser an. Machte mich nass. Streichelte meine Nippel, die schon ganz wund waren. Streichelte meinen Kitzler. Fasste mich am Hals, sodass das Atmen schwer wurde. Ich stöhnte laut auf. Er legte seine Hand auf meinen Mund, befahl mir leise zu sein. Zwei Finger in mir. Er fragte: „What do you want?“ Ich: „G-spot, please!“ Er: „You’ll have to beg for it. What do you want?“ Ich: „Please. Finger my g-spot. Please!“ Ich flehte. Bekam, was ich wollte. Und stöhnte zu laut auf. Er hörte sofort auf, mich zu berühren. Verlaß den Duschraum und ließ mich alleine dort stehen. „You’re too loud. You will wake everyone up.“
Ich fand ihn im Gemeinschaftsraum wieder. Wir waren immer noch nackt. Plötzlich kam jemand rein, sah uns, schaute beschämt weg und verließ den Raum wieder. Ich flehte ihn an, weiterzumachen. Er fummelte wieder an mir rum. Leckte meine schmerzenden Nippel. „You have very sensitive breasts.“ Ich: „yes, but there’s more. You haven’t even touched my neck, my knees, my feet yet.“ Er nahm meinen Fuß in die Hand und fing an an meinen Zehen zu knabbern und zu lecken. Ich kam, als er mir seine Zunge zwischen großem Zeh und Zeigezeh durchstreckte. Fuck! Ich beugte mich über ihn und blies ihm einen. Er fing sofort mega an zu stöhnen. Ich fasste seine Eier und er wurde noch lauter. Er meinte: „This is by far the best blowjob I’ve ever had. You’re amazing. You’re like the queen of blowjobs.“ Ich grinste. Der meinte das ernst. Wir zogen ihm ein Kondom über, hatten ein bisschen Sex, aber seine Erektion hielt nicht so lange an. Dann lagen wir noch ein bisschen auf dem Sofa rum. Er fragte, was ich morgen machen würde. Ich würde in die nächste Stadt reisen. „You should stay another night.“ „I’ll think about it.“
Wir zogen uns an. Als ich den Raum verlassen wollte, fasste er mich am Hals und drückte mich nochmal gegen die Wand. Meinte: „Look into my eyes.“ Ich schaute ihm in seine dunklen, dominanten Augen. „If you stay one more night, I promise you will have the best sex of your life with me.“ Ja. Er und ich, in einem Raum, wo ich laut sein darf und wir nicht ständig erwischt werden können. Das wäre ein Feuerwerk.
Wir gingen schlafen.
Heute morgen traf ich den Belgienspanier wieder. Er entschuldigte sich gefühlte tausend mal für alles, was gestern ablief. Dankte mir dafür, dass ich abgebrochen hatte, als er kein Kondom benutzen wollte.
Ich habe mich entschieden, keine zweite Nacht hier zu bleiben. Ich will nochmal Sex mit dem Dänen haben, aber lieber irgendwo, wo ich mich richtig gehen lassen kann. Er fand die Idee gut, sich in Europa wiederzusehen. Also mal sehen, ob das was wird. Wir sind ja jetzt Facebookfreunde 😉
Anscheinend mag ich dominante Männer doch, es müssen nur die richtigen sein, und ich muss das Gefühl haben, zu bekommen, was ich brauche.
Bis bald,
Eure Clara