Die Woche war großartig bisher. Klar, die Sache mit V. war doof, aber dafür sind mit G. so viele schöne Dinge passiert, dass ich gar keine Zeit hatte, traurig oder enttäuscht oder schlecht gelaunt zu sein. Wozu auch. Was passiert ist, ist passiert, und das Leben geht weiter mit all seinen Abenteuern und Wundern.
Im Gegensatz zu V. hatte ich während meiner Reise jeden einzelnen Tag von G. gehört. Wegen der Zeitverschiebung wachte ich meist morgens auf und das erste, was ich tat, war, die neuen Nachrichten von ihm zu lesen und ihm zu antworten. Und das letzte, was ich jeden Tag tat, bevor ich mich schlafen legte, war, ihm noch ein paar Zeilen zu schreiben. Bei unseren Unterhaltungen war viel sinnloses dabei, Geplänkel eben. Aber auch viele ernsthafteres, von Neugierde getriebenes. Als ich etwa eine Woche auf Reisen war, schrieb er mir „Clara, I think I’m deeply falling in love with you.“ Eine Woche später schrieb ich ihm dasselbe. Es machte Spaß, mit ihm zu schreiben. Ich fühlte mich gut dabei. Er war lustig, witzig, charmant. Was mich aber wirklich begeisterte, war, dass er sich richtig Gedanken zu Dingen machte, die mir im Kopf rumschwirrten. Ich redete viel mit ihm über V. und bekam jedes mal halbseitige Überlegungen seinerseits, wenn ich ihn etwas fragte. Selbes Spiel bei vielen anderen Themen. Nichts wurde einfach abgehandelt, er macht sich echte Danken, wenn ich ihn etwas fragte. Sowas habe ich bei einem Mann bisher selten erlebt. Auch die Art und Weise, wie er sich in mich hineinversetzen kann, ist wundervoll. Ich werde tatsächlich verstanden. Und er ist interessiert daran, mich zu verstehen. Mich mit all meinen Facetten kennenzulernen.
Zudem geht er mit so einem offenen Herzen in unser Verhältnis, wie ich es sonst nur von mir selbst kenne. Ich eigentlich jeder Beziehung, die ich je geführt habe, war ich immer diejenige, die sich schneller verliebt, schneller weiß was sie will, schneller soweit ist, das auch zu äußern. Mit G. habe ich tatsächlich das Gefühl, dass das mal anders sein könnte. Und das macht mich riiiichtig glücklich.
Seit ich wieder da bin, haben G. und ich uns jeden Tag gesehen. Am Dienstag hat er mich mittags zu sich zum Mittagessen eingeladen. Ich war richtig aufgeregt, als ich sein Haus gesucht habe. Als er mir die Tür öffnete fielen wir uns in die Arme. Wir umarmten und küssten uns lange, aus seinem Zimmer kam Klaviermusik. Ich war so gerührt, dass ich fast anfing zu heulen. Gott war ich verknallt.
Es machte vegane Vollkornpasta mit einer geilen Sauce und Rotkohlsalat, war alles superlecker. Wir aßen, quatschten, knutschten auf seinem Sofa rum. Tranken kalt gebrühten grünen Tee, weil wir beide das Buch How Not To Die von Dr. Greger gelesen hatten. G. erzählte mir, dass Dr. Greger das in dem Teil, den ich noch nicht gelesen hatte, empfahl. Schmeckt übrigens gut! Außerdem find ich das sexy, wie gesundheitsbewusst G. ist. Dass das Thema Ernährung bei uns schonmal vom Tisch ist. Dass ölfrei gekocht wird und Milch nicht von der Kuh kommt. Dass Gemüse geil ist, auch wenn kein Käse drübergebacken wurde.
Nach dem Essen legten wir uns in sein Bett und kuschelten ein bisschen, bevor ich wieder zur Uni musste. Er schenkte mir selbstgemachte Kürbisbutter, eingelegte Zucchini und meine Lieblingsschokolade aus der Schweiz. Alles war total süß beschriftet und so. Ahhh. Ich bin dahingeschmolzen.
Am Mittwoch trafen wir uns nachmittags an der Uni und spazierten durch die Parks. G. hatte vor ein paar Wochen mal geschrieben „Come back home soon, fall is the best time of the year to be in love.“ Und es stimmt irgendwie. Wir spazierten Hand in Hand zwischen den bunten Laubbäumen, setzten uns auf eine Parkbank, küssten uns und alberten herum, er nahm mich in den Arm und ich legte meinen Kopf auf seine Schulter. Hätte auch eine Szene aus einem kitschigen Hollywood-Schinken sein können. Es war wunderbar. Nachdem wir uns küssten, sagte er „I feel kind of dizzy.“ Ich: „why? what’s wrong?“ Er: „It’s probably just the love.“
Und gestern war Donnerstag. Er hatte mich auf 18 Uhr zu sich eingeladen. Für ein 4-Gänge Menu. Ja, ihr habt richtig gehört. Ein veganes, pflanzenbasiertes 4-Gänge Menu. Einfach so. Weil er Bock drauf hat. Ich war im voraus so unglaublich aufgeregt, weil ich wusste, dass wir an dem Abend das erste mal miteinander schlafen würden. Ich fühlte mich, als ich hätte ich zum ersten mal einen Freund und er hätte irgendwas romantisches geplant, damit mein erstes mal was ganz tolles wird. Richtig schlimm. Ich bereitete mich voll darauf vor. Rasierte mich morgens konzentriert an allen wichtigen Körperstellen, zog mir etwas hübsches an, suchte den Wein aus, den ich mitbringen wollte. Ich fand mich wunderschön an dem Tag. Fühlte ich richtig wohl in meiner Haut. Ich war super aufgeregt und erzählte tausend Leuten davon. Und hatte irgendwie Angst, dass der Sex mit ihm nicht gut werden würde. Er hat nicht so viel Erfahrung in sexuellen Dingen, ich fand auch nicht, dass er sonderlich gut küsst, und er war jünger als ich. Ich weiß auch, dass das alles nix zu bedeuten hat, aber irgendwie führte das bei mir dazu, dass ich nichts erwartete.
Als ich bei ihm ankam, setzten wir uns erstmal auf sein Sofa und tranken ein Bier. Küssten uns. Und er küsste komplett anders als an den Tagen zuvor. Er küsste wunderbar. Langsam, mit Gefühl, mit nicht zu viel Zunge, ging auf meine Bewegungen ein. Ich genoß es total, bei ihm zu sein. Wir unterhielten uns großartig, über dies und das. Lachten. Ich wurde immer wieder umarmt. Er freute sich echt, mich bei sich zu haben. Und ich fühlte mich total geliebt und pudelwohl in meiner Haut.
Wir öffneten den Rotwein, den ich mitgebracht hatte. Es war einer von S.‘ Weinen. Ich hatte den roten noch nie probiert, aber wir fanden ihn beide richtig lecker. Wir fingen an zu essen. Erster Gang, zweiter Gang, Hauptgang, Dessert. Alles war einfach nur köstlich. G. kann wirklich gut kochen. Und gab sich voll die Mühe, alles schön hinzurichten. Ich habe alles fotografiert und festgehalten. Zur Nachspeise gab es einen Kürbiskuchen, der an ein Rezept seiner Mutter aus der Schweiz angelehnt war, und selbstgemachten veganen Baileys. Es war so lecker, ich kann dafür gar keine angemessenen Worte finden.
Dann fingen wir an rumzuknutschen, uns zu streicheln. Er hatte noch weiter abgenommen, als ich auf Reisen war. Ich fühlte mich fast ein bisschen dick neben ihm. Aber glücklicherweise hab ich ein gutes Selbstvertrauen und weiß, dass ich absolut begehrenswert bin, genau so wie ich bin und wie ich aussehe. Daran ändern auch meine Speckröllchen nichts. Noch angezogen kam ich, als er meinen Oberschenkel streichelte. Als mein Kleid auf dem Boden lag nochmals, als er meine Seite streichelte.
Wir zogen uns aus, verschwanden im Bett. Und die Dinge nahmen ihren Lauf. Ich kümmerte mich ein bisschen um ihn, dann er sich mehr als ein bisschen um mich. Ich wurde am ganzen Körper geküsst und gestreichelt. Er wusste genau, was er da tat. Nahm ich Zeit mit allem. Er war total aufmerksam, deutete meine Körpersprache richtig, als würde er mich schon ewig kennen. Ich kam, als er meine Brüste massierte, meine Nippel saugte, leckte, kneifte. Als er meinen Bauch streichelte und küsste. An meinem Hals saugte und mich sanft biss. Als er meine Oberschenkelinnenseiten streichelte, gegen meine Klitoris atmete. Und als er anfing, mich zu lecken, war es einfach wunderbar. Ich zerging unter seinen Berührungen. Ab dem Moment, als ich seine Finger spürte, steigerte sich nochmal alles. Er fand alle meine wichtigen Punkte, ohne zu suchen, als würde er mich ewig kennen. Ich hatte Orgasmen, wie ich sie sonst nur mit V. und F. hatte. Er brachte mich immer wieder zum kommen, bis ich irgendwann seine Hand wegnehmen musste, weil ich so am Ende war. Verschnaufpause für Clara. Wir kuschelten ein bisschen, suchten ein Kondom und hatten Geschlechtsverkehr. Ihn zu fühlen war einfach wundervoll. Alles war einfach wundervoll.
Alle Sorgen waren total unbegründet. G. ist ein großartiger Liebhaber.
Heute morgen neben ihm aufzuwaschen war so schön. Der Anblick seines hübschen Gesichts mit den blauen Augen ließ mein Herz pochen. Ich finde diesen Menschen wunderschön.
Also falls ihr es noch nicht rausgehört habt: Ich bin super glücklich. Und voll verknallt. Und freue mich auf alles was noch kommt. Jackpot!
Flauschige Grüße von Wolke 7,
Eure Clara