Christmas mood

Die passende Playlist zu diesem Artikel: Spotify: Christmas Pop

Ich bin total in der Weihnachtsstimmung angekommen. So richtig. Nachdem ich meine Masterarbeit vor 10 Tagen abgegeben hatte, bin ich direkt Bastelzeugs einkaufen gegangen und habe zwei Abende lang den Adventskalender für meine Eltern kreiert. Sie lieben ihn. Und ich habe einen Adventskalender mit ätherischen Ölen bekommen. Am Anfang wusste ich nicht so recht, was ich damit anfangen sollte, aber jetzt riecht mein Zimmer jeden Tag nach einem anderen tollen Duft und ich liebe es. Der verfrühte Nikolausi hat heute sogar noch ein Stövchen per Post geschickt. Außerdem ist es kalt draußen und ich finde es wunderbar. Mützen, Schals, rote Nasen, eingemümmelte Personen auf der Straße. Ich liebe den Winter. Und ich liebe es, Weihnachten dieses Jahr daheim zu sein. Bzw nicht nur Weihnachten. Den ganzen Winter werde ich daheim sein. Weihnachtsmärkte besuchen, Nikolaus feiern, Adventskalendertürchen öffnen, den Ofen bei meinen Eltern entfachen, Weihnachtsfilme schauen, ein leckeres Menu an Heilig Abend kochen, Gutsle backen, ausflippen, wenn der erste Schnee vom Himmel fällt, Skifahren und Snowboard fahren gehen, Glühwein trinken, Weihnachtsmusik hören. Der Winter und insbesondere die Weihnachtszeit ist meiner Meinung nach eine der romantischsten Zeiten im Jahr. Fast die Hälfte meiner Familie hat zudem im Dezember Geburtstag, deswegen rückt meine ganze Familie total nah zusammen in diesem Monat. Denn in meiner Familie wird alles gefeiert und ich finde das großartig. Wir lieben Geschenke und das Zusammensein und können uns alle gut leiden und haben Spaß zusammen. Das und der Fakt, dass meine Eltern früher schon immer viel auf Geschäftsreisen waren und der Dezember immer eine ziemlich Geschäftsreisen-freie Zeit war, haben mich die Weihnachtszeit schon immer lieben lassen. Kurz gesagt: Ich liebe den Advent. Und ich liebe es, wie sehr die Vorweihnachtszeit bei uns zelebriert wird.

Letztes Jahr war ich den kompletten Winter in Thailand und hatte kein „traditionelles“ Weihnachten. Deswegen gebe ich dieses Jahr Vollgas. Morgen wird gebacken, auf dem Weihnachtsmarkt war ich am Donnerstag schon, heute geht es auf einen anderen und morgen noch auf einen anderen. Die oben genannte Christmas Playlist läuft hoch und runter und ich find’s geil. Geschenkideen werden ausgereift. Das Weihnachtsmenu muss geplant werden, damit Papa die passenden Weine aussuchen kann. Hachja.

Und wisst ihr, was das schönste an der Sache ist? Dass ich diese Feiertagssaison nicht Single bin. Mir hat das Singlesein nie etwas ausgemacht, ich war gerne Single und auch als Single glücklich. Partner waren für mich immer eher etwas „zusätzliches“ und nie etwas „notwendiges“. Mir war immer klar, dass mein Glück vor allem von mir selbst abhängt. Aber es ist nunmal fucking romantisch, zusammen über den Weihnachtsmarkt zu laufen, sich bei Eiseskälte aneinanderzukuscheln und so weiter. Die Beziehung mit G. läuft großartig. Ich bin richtig glücklich mit ihm. Seit meinem kleinen „Genervtsein“ vor drei Wochen sehen wir uns nur 2-3 mal in der Woche und schreiben nicht mehr so viel über WhatsApp und ich finde es richtig gut. Seitdem fühle ich mich viel wohler, habe den Abstand, den ich brauche, um seine Nähe zuzulassen. Meine Mitbewohnerin A. würde sagen: „Wir sind voll in love!“

Am Donnerstag hatten wir eine Vorlesung zusammen und sind danach auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Ich war nicht so gut drauf, weil ich am Abend davor einen kleinen Durchhänger hatte. Irgendwie fehlen mir Freunde. Ich verbringe gerade viel Zeit mit meiner anderen  Mitbewohnerin C. und ich mag sie total, aber ich war irgendwie schon immer jemand, dem es gut getan hat, immer wieder andere Leute zu sehen. Und außer G. und C. gibt es gerade nicht so viele Leute, die ich regelmäßig sehe. S. ist so sehr im Masterarbeitsstress, dass er deutlich gemacht hat, dass er mich zur Zeit nicht sehen will, und meldet tut er sich auch nicht mehr. Ich hoffe das ändert sich, wenn seine Masterarbeit in zwei Wochen abgegeben ist. T. hat halt ein Kind und dementsprechend kompliziert ist alles, obwohl ich ihn echt gerne öfter sehen würde. E. ist total eingespannt in ihre politischen Aktivitäten. C. kämpft immer noch mit ihrer Krankheit. Meine beste Freundin wohnt 50km entfernt von mir. Mit meiner Exfreundin muss man gefühlt 2 Wochen vorher was ausmachen, weil sie spontan nie Zeit hätte. Im Sommer war ich gefühlt jeden Abend mit irgendjemandem verabredet und ständig unterwegs. Und jetzt? Tote Hose.

Tja. Und gleichzeitig nagt immer noch die Geschichte mit V. an mir. Jedes mal, wenn ich an der Uni ein Mädchen sehe, dass ihr von hinten ähnlich sieht, sticht mir das ziemlich in die Magengrube. Ich fühle mich total ausgenutzt von ihr. Und ich bin verletzt, wie unfair ihr Verhalten mir gegenüber war. Dass mir die Chance verwehrt wurde, damit abzuschließen, indem sie sich nicht erklärt hat. Es es unglaublich schwer, mit etwas abzuschließen und einen Punkt dahinter zu machen, wenn man einfach nicht versteht, was da passiert ist.

Ähnlich geht es mir mit F. Er ignorierte mich zwei Wochen lang, nachdem ich von meinen Reisen zurückkam, um mir dann mitzuteilen, dass er nun in einer (wohl monogamen) Beziehung sei, sich aber trotzdem mal mit mir treffen würde. Tatsächlich verabredeten wir uns einmal, aber ich musste kurzfristig absagen, weil meine Tante zu Besuch kam. Die Kommunikation mit ihm macht mich wahnsinnig. Jedes einzelne Wort seinerseits strahlt seine Gleichgültigkeit mir gegenüber aus. Es verletzt mich, wie scheißegal ich ihm anscheinend bin. Ich muss mich wirklich zusammenreißen, dass ich ihm nicht richtig fiese Dinge sage. Dazu hätte ich richtig Lust. Oder ihm mal eine reinhauen. Aber wir sind ja erwachsene, zivilisierte Menschen und so. Gnaaaa! Achso und nur damit wir uns richtig verstehen: Am allerliebsten wäre es mir natürlich, wenn seine doofe Beziehung vorbei wäre und wir einfach unsere „Freundschaft“ so weiterführen könnten wie im Sommer. Wird aber nicht geschehen. Seufz.

Gefühlt war das der Sommer meines Lebens. Umso blöder fühlt sich die momentane Flaute an. G. ist für mich da. Da ich mich im Moment nicht so richtig mit sonst jemandem treffe, führen wir fast eine monogame Beziehung. Natürlich nennen wir das nicht so, denn die Möglichkeit besteht ja, dass sich das wieder ändert (und das darf es auch). Aber faktisch ist es grad alles sehr monogam. Ich finde das nicht schlimm. Ich finde es schön, wie nahe wir uns kommen. Je mehr ich ihn kennenlerne, desto besser gefällt er mir. Am Donnerstag verbrachten wir den Abend miteinander, bummelten mit einem Glühwein in der Hand über den Weihnachtsmarkt, alberten rum, redeten über unsere Familien. Es war richtig schön. Danach gingen wir zu mir. Und hatten wunderbaren Sex. Den besten, den wir bisher hatten.

Die ganze Weihnachtsstimmung macht mir richtig Lust, ihn meiner Familie vorzustellen. Bisher hatte ich noch nie einen Partner, der sich so in meine Familie integriert hat, wie ich  mir das wünschen würde. Ich glaube G. hätte da absolut gar kein Problem. Die Frage ist eher, wann ich bereit bin, meiner Familie ein Update über mein Liebesleben zu geben. Denn im Moment wissen die absolut gar nichts. Weder, dass ich überhaupt mit jemandem zusammen bin, noch, dass ich meine Meinung zur Monogamie über Bord geworfen habe. Letzteres müssten sie ja nicht unbedingt wissen. Aber ja. Meine Mutter ist der Hauptgrund, warum ich vorsichtig bin, meine Familie upzudaten. Sie nimmt meine Beziehungen schon seit langem nicht mehr ernst, weil ich ihrer Meinung nach einen horrend schlimmen Männergeschmack habe, und zudem unfähig bin, eine langfristige Beziehung zu führen. Ich weiß, dass sie da falsch liegt. Ich bin dazu fähig. Es war einfach bisher niemand dabei, mit dem ich eine langfristige Beziehung hätte führen wollen. Riesiger Unterschied. Und da ich niemand bin, der von vorneherein eine Checkliste mit allen Charakteristika hat, die ein Partner erfüllen muss, läuft das halt zwangsläufig so, dass man dem ganzen eine Chance gibt und nach ein paar Monaten rausfindet, dass das eben nichts wird.

Naja, ich überlege noch. Es besteht ja auch kein Zeitdruck.

Jetzt wünsche ich euch allen erstmal eine schöne Adventszeit. Es ist die beste Zeit im Jahr, um sich daran zu erinnern, wie wichtig Freunde und Familie sind. Und sich darum zu kümmern, die Beziehungen zu diesen Menschen intakt zu halten oder wieder aufleben zu lassen. Weihnachten ist das Fest der Liebe, also fangt doch schonmal an zu feiern! Egal, ob ich Christen oder was anderes oder total unreligiös seid.

Love to you all,

Clara

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