Am Samstag war ich abends mit T. und E. verabredet. Wir wollten gemeinsam zu einem Youth Against Antisemitism Event gehen. E. wohnte von der Location nur einen Katzensprung entfernt, deswegen ging ich vorher bei ihr zum Kochen vorbei. Nachdem ich zweimal an ihrem Haus vorbeigelaufen war (die Hausnummer war sehr klein!), stand ich irgendwann endlich hungrig bei ihr im Zimmer. Wir zogen sie kurz an und rannten zum Penny um uns mit Essen und Wein einzudecken. E. ernährt sich ziemlich genauso wie ich, daher war das schnell getan. Herauskam ein bunter Teller voller Allerlei an Kartoffeln, Brokkoli, Avocado, Pepperoni, Tomaten, und weiß der Geier was alles. Mit T. hatte ich verabredet, dass er uns bei E. abholen sollte und wir dann gemeinsam zu dem Event gehen würden. Natürlich waren E. und ich viiiel zu spät dran, drum holten wir T. noch mit in E.’s WG, gaben ihm auch was zu essen, tranken zusammen Wein. Ich war auf unseren ersten zwei Dates ja nicht so viel neben ihm gestanden, aber er war viel größer als in meiner Erinnerung. Sehr groß, und sehr ruhig, und sehr attraktiv.
Gegen zehn Uhr abends machten wir uns auf den Weg zu dem Event. Ich wusste, dass eine ehemalige Schulfreundin von mir dort sein würde und fand sie sofort beim Reinlaufen. Sie ist eine hübsche, kleine, sehr dunkel gekleidete, elegante Frau mit einer tollen Ausstrahlung. Wir hatten uns seit dem Abitur nicht mehr gesehen. Sie unterhielt sich gerade mit jemandem, also sagte ich nur kurz hallo, stellte mich daneben, hörte interessiert zu, und tat so als wüsste ich wovon die zwei redeten. Irgendwann verabschiedete sich ihr Gesprächspartner und wir unterhielten uns wunderbar zu zweit. T. fand vor Ort noch eine Mitbewohnerin von sich und war anscheinend erstmal beschäftigt. Im Nachhinein tut es mir ein bisschen Leid, wie lange ich ihn hab stehen lassen. Aber ich hatt M. ewig nicht mehr gesehen und unsere Gespräche waren echt interessant.
E. war schon ziemlich betrunken, als ich wieder zu den anderen zurückkehrte. Sie war wuschig und wollte mit irgendjemandem rumknutschen. Ich sagte ihr, dass ich da raus sei. Also funkte sie ein paar Leute an und entschied noch zu einem Freund zu fahren. „Ich will knutschen und du willst ja nicht, dann geh ich eben.“ Und da waren es nur noch T. und ich. Plötzlich kam eine Horde als Roboter verkleideter Menschen auf die Bühne. Einer machte es sich am DJ-Pult bequem, die anderen mischten sich unter das Publikum. Und dann ging’s los. Diese Musik. Eijeijei. Richtig schlimm. Irgendein schranziger Elektro aus schlechten Übergängen und abrupten Liedenden wurde uns entgegen gepfeffert. T. fand das anscheinend ziemlich cool. Ich war betrunken genug, um das ganze zumindest lustig zu finden. Aber gut war’s nicht. Ich sagte zu T.: „Es gibt jetzt nur zwei Dinge, die wir tun können: Heimgehen oder ganz nach vorne gehen und so richtig abspacken.“ Wir entschieden uns für letzteres. T. gab alles. Er hatte richtig Spaß und es macht ultra Bock ihm zuzuschauen, wie er da durch die Gegend hüpfte. Alles in allem war es riiichtig spaßig. Als die Band fertig war, holten wir unsere Sachen und machten uns auf den Heimweg.
Da das das erste mal war, dass wir in der Öffentlichkeit zusammen unterwegs waren, hatte ich im Voraus mal nachgehakt, ob ich ihn in der Öffentlichkeit küssen dürfe. „Ja, sehr gerne“ war seine Antwort. Und eins sag ich euch: Ich liebe, wie er küsst. Diese vollen, weichen Lippen, nicht zu viel Zunge, langsam, mit Gefühl. Ein wunderbarer Küsser. Nur dieses Piercing… Eijeijei. Ich gewöhne mich einfach nicht dran. Es stört mich nicht, ich finde auch, dass es ihm sehr gut steht. Aber es irritiert mich immens beim Küssen. Er versprach mir, es mal rauszunehmen, wenn wir uns das nächste mal sehen würden. Ich bin gespannt!
Bei mir angekommen knutschten wir rum, zogen uns aus, und hatten ein bisschen Spaß. Holten ein Kondom, machten dann doch andere Dinge, wofür wir das Gummi nicht brauchten, und warfen das ungenutzte aber ausgepackte Kondom weg. Wir kuschelten uns in mein Bett und schliefen fest ein. T. ist ein ganz ruhiger Schläfer, ein sehr angenehmer Bettnachbar. Er schnarcht nicht, bewegt sich nicht, aber strahlt eine angenehme Wärme aus. Und ein „im-Schlaf-Kuschler“ ist er auch nicht, zum Glück. Wie immer musste er früh los, stellte sich einen Wecker, zog sich an. Ich zog ihn nochmal zu mir ins Bett, nahm ihn in den Arm und so lagen wir nochmal 5 Minuten rum, bevor er sich verabschiedete und ging. Ich mag T. und freue mich schon auf unser Wiedersehen.
Gestern war abends N. bei mir. Wir hatten uns ewig nicht mehr gesehen, weil ich so viel unterwegs war. Und sagte ihm, dass ich keinen Sex mehr mit ihm wollte. Das ist immer schwierig, jemandem sowas zu sagen, ohne dass derjenige sich abgestoßen fühlt. Ich mag N. total. Ich mag seinen Lebensstil und seine unkomplizierte Art, seinen Kuscheldrang und die Art und Weise, wie er seine Beziehungen führt. Wir kennen uns nun seit ein paar Jahren und ich hatte nie romantische Gefühle für ihn. Wir waren immer befreundet – dieses Jahr besser denn je – und hatten hin und wieder Sex. Das Ding ist, dass ich ihn mit der Zeit wie einen großen Bruder zu lieben gelernt habe. Und dementsprechend wenig fühle ich mich sexuell zu ihm hingezogen. Ich denke schon, dass er etwas enttäuscht war, aber ich hoffe ich konnte gut rüberbringen, dass ich ihn wirklich gern habe und nicht weniger oft sehen möchte. Eigentlich möchte ich ihn jetzt gerne wieder öfter sehen, wo das mal vom Tisch ist.
Heute Nachmittag war ich mit meiner Mitbewohnerin A. im Fitnessstudio pumpen. Ich bin endlich wieder voll motiviert, mich zu bewegen und Sport zu machen. Abgesehen mal davon hab ich’s dringend nötig, an meiner Fitness zu arbeiten. Wir haben uns im Freihantelbereich die Zeit vertrieben, Kniebeugen, Bankdrücken, Kreuzheben, etc. Das volle Programm. Hat richtig Bock gemacht. Mir ist zum ersten mal aufgefallen, was für eine unglaublich attraktive Frau A. ist. Innerlich und äußerlich. Hat wirklich Spaß gemacht, mit ihr zu trainieren. Auf jeden Fall eiere ich jetzt schon mehr als dass ich laufe, morgen werde ich hundertprozentig mit einem richtig schlimmen Muskelkater aufwachen. Aber ich freu mich drauf. Muskelkater ist was geiles. Und Sport tut so gut. Ich fühle mich total ausgeglichen und entspannt und bin so richtig müde.
Mit diesen Worten werde ich mich mal in mein Betti kuscheln und ins Land der Träume verschwinden. Erschöpfte Grüße,
Eure Clara
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