Wochenende auf Wolken

An diesem Wochenende drehte sich alles um G. und mich. Gefühlt drehte sich die Welt ohne uns weiter. Ich hatte nur Augen für ihn und er hatte nur Augen für mich.

Am Donnerstagnachmittag hatten wir eine Vorlesung zusammen. Danach ging ich noch mit zu ihm. Ich würde mich später in der Stadt mit einem Freund treffen, um den neuen Star Wars Film im Kino anzuschauen, aber ich hatte noch ein paar freie Stunden.

G. und ich hatten uns im Voraus viel über das Thema Polyamorie unterhalten. Ich fand das wichtig. Wir führen eine offene Beziehung, und meine Beziehungen/Freundschaften mit T. und S. sind bedeutungsvoller und emotionaler, als sie es in einer monogamen Beziehung mit G. sein dürften. Mir geht es damit prächtig, ich fühle mich sehr wohl mit meiner Situation. Ich fühle mich frei und unabhängig und dennoch geliebt und wertgeschätzt. Ich vermisse nichts und möchte nichts ändern. G. trifft sich bisher mit niemand anderem. Ich schickte ihm folgendes Youtube-Video. Für mich ist das Pärchen im Video ein herzerwärmendes Beispiel dafür, wie sich zwei Menschen lieben können, ohne einander einzuschränken.

G. hat seine Zweifel, was das Thema Polyamorie angeht. Er meint, dass er nur mit mir glücklich ist. Dass er Angst hat, dass wir irgendwann jemanden kennenlernen, der uns besser gefällt, und unsere Beziehung daran zerbricht. Und wünscht sich manchmal, unsere Beziehung wäre monogam. Er ist manchmal eifersüchtig, wenn ich mich mit S. oder T. treffe.

Ich finde den Gedanken, mit jemandem zusammen zu sein, der komplett frei ist und immer die Möglichkeit hat andere Menschen zu treffen und sich zu verlieben und trotzdem weiter mit mir zusammen sein will, tausendmal romantischer, als sich aus Angst an der Monogamie festzuklammern. Wir sollten uns nicht zu sehr vor der Zukunft fürchten und stattdessen genießen, was hier und jetzt passiert. Wenn wir in fünf Jahren noch zusammen sein sollten, dann könnten auch zehn Jahre daraus werden. Und falls nicht, dann hatten wir sicher gute Gründe.

Ich denke, dass wir diese Unterhaltung noch oft führen werden. Wenn er doch neugierig wird, doch Lust aufs Dating hat. Auf einer Party jemanden kennenlernt. Wenn meine Beziehungen zu anderen Menschen sich entwickeln. Oder ich jemand neues kennenlerne. Was zählt, ist, dass er zwar seine Zweifel hat, ob das alles wirklich längerfristig funktionieren kann, aber er weder von mir verlangt, unsere Beziehung zu schließen, noch die Beziehung deswegen beenden möchte. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Dafür, dass er sich einfach seine Gedanken machen kann, ohne dramatisch zu werden. Dass wir ehrlich miteinander reden können. Dass er bereit ist, neues, ungewohntes auszuprobieren.

Nach dem Gespräch auf seinem Sofa zog er mir meine Strumpfhose aus und ich wurde nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Als wir danach aneinandergekuschelt auf seinem Sofa saßen, schaute er mir irgendwann in die Augen und sagte: „I think, I love you.“ „I love you, too.“ Ich fühlte mich so geliebt. Mir war ganz warm um’s Herz und ich war so unglaublich glücklich. Natürlich kam ich viel zu spät zum Kino.

Am Freitagabend sahen wir uns wieder. Wir tranken Bier, schauten die Kill Bill Filme, quatschen. Kuschelten uns frühmorgens müde ins Bett.

Morgens neben ihm aufzuwachen war wunderschön. Wir lagen noch mindestens zwei Stunden im Bett, kuschelten, hörten Musik, hatten Sex. Meine Mitbewohnerin C. meldete sich über Whatsapp, dass sie ein Paket für mich entgegen genommen hätte. Ich schrieb ihr, sie solle es vorbeibringen. Unter den neugierigen Blicken von G. und C. packte ich mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst aus: Mein erster Strap-on. Ich war total aufgeregt. Ich wusste, wie sehr sich G. darauf gefreut hatte. Vor ein paar Wochen hatte er sich schon einige anale Spielzeuge für sich selbst besorgt und war scharf auf mehr. Ich war aufgeregt, weil ich wusste, wie mich das erregen würde, einen Mann zu vögeln.

Wir zogen uns an und gingen im Unverpacktladen und im Biomarkt ein paar Dinge besorgen. Nachmittags um drei bereiteten wir unser Frühstück, das jetzt eher ein sehr später Brunch war, vor. Tranken Macha, meine Mitbewohnerin C. setzte sich dazu, wir quatschten, aßen viel. G. backte schweizerische Hefezöpfli und ich hüpfte solange unter die Dusche. Während der Hefeteig auf meiner Heizung vor sich hin wuchs, verschwanden wir zum zweiten mal an diesem Tag im Bett. G. wollte unbedingt, dass ich ihn vögelte. Aber ich war schüchtern. Was, wenn ich darin nicht gut war?! Ich hatte ja keine Erfahrung mit so einem Teil. Ich hatte Angst, was falsch zu machen. Also blies ich ihm erst mal in aller Ruhe einen. Fuhr mit Lippen und Fingern seinen Penis entlang, massierte seine Eier. Und irgendwie fanden meine Finger fast automatisch ihren Weg zu seinem Poloch. Ich befeuchtete meine Finger mit etwas Gleitgel und massierte ihm erst mit einem Finger, dann mit zwei die Prostata, während ich sein Teil im Mund hatte und ihn langsam blies. Er sagte nochmal, dass ich ihn doch mit dem neuen Strap-on ficken solle. Inzwischen war ich selbst so geil, dass ich Bock hatte. Da lag dieser nackte, gutaussehende Mann vor mir auf meinem Bett und wünschte sich nichts sehnlicher, als von mir in den Arsch gevögelt zu werden. Er flehte mich an. „Please, please!“ Da kann man ja nicht nein sagen. Ich zog mich aus bis auf mein Höschen und mein Shirt, stieg in das Geschirr, zurrte alles fest, befestigte den scharzen Dildo.

Eines kann ich euch sagen: Das ist gar nicht so einfach am Anfang. Doch als G. unter mir auf dem Bauch lag, ich seine Pobacken auseinanderzog und eindrang, machte mich das alles so unglaublich geil, dass ich feucht wie der Atlantik wurde und es mir einfach scheißegal war, ob das jetzt unbeholfen aussah oder nicht. Ich wollte nur noch G. fertig machen und ihm den besten Orgasmus ever schenken.

Ich fragte ihn mehrmals, ob alles gut war, ob er sich wohl fühlte, und er gab mir immer nur laut schnurrende Bejahungen zurück. Irgendwann meinte er, dass er gerne was noch größeres da drin hätte. Ich zog mir meinen Strap-on aus, wir legten ihn auf den Rücken und holten meinen neuen Glasdildo. Ich liebe das Teil. Wenn ich mich selbst verwöhne, benutze ich nichts anderes mehr. Der fühlt sich so gut an, dass ich nun jedes mal mein Bett nassspritze. Außerdem ist er wunderschön.

Gleitgel. Und los geht’s. G. zitterte und zuckte vor Erregung. Mit einer Hand sein Teil wichsend und mit dem Glasdildo in der anderen ritten wir seinem Orgasmus entgegen. G. kam so heftig wie noch nie. Es war einfach nur geil.

Während er unter die Dusche verschwand, bereitete ich den Teig für ein paar Pizzaschnecken vor. Wir waren abends auf eine Party bei meiner Freundin E. eingeladen, und ich sollte etwas veganes zu essen mitbringen. Während nun mein Teig auf der Heizung stand, setzten wir uns auf mein Sofa und schauten den Rest von Kill Bill 2 an, den wir in der Nacht zuvor nicht mehr bis zum Ende geschafft hatten, weil wir zu müde waren. Wir stoppten einmal, um die Pizzaschnecken in den Ofen zu schieben und ein weiteres mal, um sie wieder rauszuholen. Die Party sollte ab sechs Uhr abends stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt war es schon nach acht. Und ich war irgendwie ein bisschen geil.

G. war noch so zufrieden von seinem Dildoerlebnis, dass er sich ganz um mich kümmerte. Hatte ich schonmal erzählt, dass er sich ziemlich gut mit Tantramassagen auskennt? Wenn er das komplette Programm abzieht, dauert das schon mal 2 Stunden, also mit Ganzkörpermassage und dann einer abschließenden Yoni-Massage. Dafür hatten wir keine Zeit, weil wir ja auf die Party wollten. Also übersprangen wir denGanzkörperteil und gingen direkt über zur Yoni-Massage. Yoni steht für den weiblichen Intimbereich. Eine schöne Übersicht, wovon ich rede, findet ihr unter folgendem Link. Ich weiß zwar, dass ich eh keine Probleme habe, mich gehen zu lassen und sehr leicht komme, aber das ist dennoch eine ganz andere Welt der Gefühle. Die Orgasmen, dich ich während solcher Massagen habe, passieren auf so vielen Ebenen. Die sind total emotional und fließend. G. hat ein unglaubliches Talent dafür, die Geschwindigkeit seiner Bewegungen an meine Gefühle in so einer Situation anzupassen. Ich glaube nicht, dass ich mich jemals so hab fallen lassen, wir wenn seine Hände da am Zaubern sind. Mein letzter Orgasmus am Ende seiner Yoni-Massage war so intensiv und heftig, dass er irgendwelche unterdrückten Emotionen löste. Ich weinte. Es fühlte sich an, als wäre irgendein schwerer Stein, den ich schon lange mit mir herumtrage, endlich herausgebrochen. Ich fühlte mich so befreit, so wohl, so geliebt. G. streichelte mich mit seinen warmen Händen, bis ich mich beruhigte. Nahm mich in den Arm. Es war unglaublich.

Dann machten wir uns fertig für die Party. Als wir aus dem Haus gingen war es fast elf Uhr nachts. Der nächste Zug würde erst in einer halben Stunde fahren. Wir würden keinesfalls vor Mitternacht auf der Party sein. Also ruf ich E. an, um zu checken, ob es überhaupt noch Sinn machte zu kommen. Wir konnten sie nicht erreichen, bestimmt war sie mitten am Feiern oder hatte ihr Handy nicht in der Nähe. Wir waren beide müde und erschöpft und entschieden uns, nicht auf die Party zu gehen. Ich fühlte mich schlecht E. gegenüber und schickte ihr noch eine Sprachnachricht, um mich zu entschuldigen. Wir hatten das irgendwie echt ein bisschen vermasselt. Ich hoffe, E. ist nicht zu sauer.

Heute morgen wieder dieser wunderbare Mann neben mir. G. ist ein ganz ruhiger Schläfer. Ich mag es, wenn er bei mir schläft. Ich liebe es, ihn nachts anzulöffeln und seine knöchrigen Hüften zu streicheln. Ich bin echt verliebt. Morgens nimmt er mich in den Arm, streichelt meinen Bauch, küsst mich auf die Wange. Und dann sagt er auch noch so Sachen zu mir wie: „I love you. Because you’re sweet, you’re nice, you’re beautiful, and you’re great at sex.“ Der Mann ist so verknallt in mich. Womit habe ich das verdient? Ich kann das manchmal nicht so richtig glauben, dass andere Leute mich wirklich toll finden.

Er küsste mich und meinte: „How about I start the day by giving you a relaxing massage?“ Also holten wir die Ganzkörpermassage, für die uns am Vorabend die Zeit nicht gereicht hatte, nach und schlossen das ganze mit einer weiteren Yoni-Massage ab. Danach zog ich ihn aus, holte nach einer kleinen Blaserei ein Kondom und ritt uns in Richtung abschließendem Orgasmus. Ich liebe es, wenn er kommt. Wenn er in mir nochmal härter und dicker wird, zuckt, stöhnt.

Wir frühstückten und machten uns dann auf den Weg zu C. und S. Unterwegs holten wir noch N. ab. Wir hatten uns alle zum Waffeln machen verabredet. C. geht es wieder besser und das ist so wunderbar. Sie hatte mir in der letzten Woche richtig oft geschrieben und man konnte richtig herauslesen, wie sie wieder Lust auf das Leben hatte. Lust auf Freunde, auf Verabredungen. Ich hatte sie und S. so sehr vermisst. Wieder den gewohnten Weg zu ihnen zu fahren fühlte sich wie eine Zeitreise zum vergangenen Sommer an. Ich war so oft bei ihnen gewesen, dass sich deren Haus zeitweise wie ein drittes Zuhause angefühlt hatte.

N.’s Freundin würde auch dort sein. Ich hatte schon so viel von ihr gehört und war sehr neugierig, sie kennenzulernen. Wir setzten uns alle um einen Tisch, quatschten. N. und seine Freundin mussten irgendwann gehen. S. verschwand kurz, um mir ein paar Flaschen Wein zu holen. Also verschwanden G., C. und ich in das Schlafzimmer und kuschelten uns ins Bett. Redeten. G. hörte die meiste Zeit zu, für ihn muss das unglaublich anstrengend sein, den ganzen Unterhaltungen auf Deutsch zu folgen. Aber die Übung tut ihm gut. Und er versteht wirklich viel. Eigentlich sollte ich auch mehr auf Deutsch mit ihm reden.

Irgendwann verabschiedeten wir uns von C. und S. und fuhren zurück in die Stadt. Ich lud die beiden nochmal zur Silversterparty meiner besten Freundin A. ein. Ich würde mich riesig freuen, wenn sie kämen. Ich mag die beiden einfach total.

G. und ich verabschiedeten mit langen Küssen, bevor er sich auf den Nachhauseweg machte. Das war eines der schönsten Wochenenden, die ich je gehabt habe. Ich bin so glücklich und verknallt. Und ich mag die Clara, die ich bin, wenn ich Zeit mit G. verbringe. Ich liebe es, wie einfach es mir fällt, ihm gegenüber ehrlich zu sein und ihm Liebe entgegenzubringen. Ich liebe die Art und Weise, wie er mich liebt. Mit so viel Respekt und irgendwie aus genau den richtigen Gründen. Es ist ein wundervolles Gefühl, so geliebt zu werden.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und hoffe ihr hattet auch nur ansatzweise ein so schönes Wochenende wie ich,

eure Clara

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