Am Mittwoch war ich mit G. auf einem Date. Er arbeitete tagsüber ganz normal. Als er fertig mit der Arbeit war, machten wir uns fertig und stiegen in den Bus, um in der nächsten Stadt auf ein kulinarisches Festival zu gehen.
Wir holten uns beim ersten Stand etwas zu trinken und schlenderten dann in aller Ruhe über das Festival, um uns alle Menüs und Essensoptionen anzuschauen. Letztendlich entschieden wir uns für die Laube, wo es Kartoffelsalat ohne Fleischbrühe und Käsespätzle aus dem Bergkäseleib gab. Dort nahmen wir an einer Bierzeltgarnitur Platz und bestellten uns Getränke und Essen.
Zwischen G. und mir läuft es gerade gut. Wir haben keine großen Konflikte oder Themen, die gerade für Unruhe sorgen. Auch, dass er wieder angefangen hat, jemanden zu daten, verläuft ganz unaufgeregt und ohne, dass es bei mir Unsicherheiten auslösen würde. Von seinen Dates erzählt er wie immer sehr wenig, aber er scheint sich wohl zu fühlen und die Treffen zu genießen.
G. ist nur insgesamt sehr erschöpft, was ja kein Wunder ist: Er schmeißt unseren Haushalt seit Wochen mehr oder weniger alleine, muss mich viel unterstützen und nebenher normal weiterarbeiten. Hinzu kommt die emotionale Belastung durch meine Krankheit. Er redet mit mir darüber wenig, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ihn meine Krankheit und alles, was da mit mir passiert schon sehr belastet. Leider habe ich nicht das Gefühl, dass er mit vielen Menschen darüber redet, auch nicht mit Freund*innen. G. neigt schon immer dazu, seine Themen in sich hineinzufressen und mit sich selbst auszumachen. Gesund ist das nicht und ich wünsche mir sehr für ihn, dass er andere Wege findet, mit belastenden Themen umzugehen. Erstens ist hier aber leider begrenzt, wie viel Einfluss ich darauf nehmen kann. Mehr als mit ihm darüber reden und ihm Vorschläge und Tipps geben kann ich nicht. Und zweitens muss ich bis zu einem gewissen Grad auch von ihm erwarten, sich selbst um sich zu kümmern, denn ich habe aktuell nicht die Kraft, das für ihn zu tun. Und es ist auch nicht meine Aufgabe. Ich muss mich um mich kümmern und das kostet fast alle Kraft, die ich habe.
Auf unsere Beziehung hat diese Situation sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Die Positive ist, dass wir sehr viel miteinander reden und einen sehr liebevollen und achtsamen Umgang miteinander pflegen. Das ist total schön. Ich fühle mich G. sehr verbunden und empfinde ganz viel Liebe und Dankbarkeit für diesen tollen Menschen, den ich letztes Jahr aus gutem Grund geheiratet habe und mit dem ich mir gut vorstellen kann, alt zu werden (wenn der Krebs es mir erlaubt).
Die Negative Auswirkung ist, dass G. aktuell überhaupt keinen Sex-Drive hat und wir daher körperlich fast gar nicht zueinander finden. Ich kann das sehr gut verstehen, dass bei all der Belastung Sex gerade das allerletzte ist, woran er denkt. Vielleicht macht meine Krankheit mich in seinen Augen aktuell auch weniger begehrenswert. Auch das fände ich nachvollziehbar.
Dass wir weniger Sex haben, finde ich erst mal nicht schlimm. Ich vermisse nur die körperliche Intimität insgesamt. Wie ich schon viele male erwähnt habe, kuschelt G. nicht gerne. Das bedeutet, dass wenn der Sex wegfällt, wir uns fast gar nicht mehr berühren. Und das ist für mich kuschelbedürftiges Wesen dann natürlich nicht so schön.
Nebenbei ist mein Sex-Drive riesig, seitdem ich wieder daheim und endlich wieder etwas bei Kräften bin. Die viele Ruhe führt bei mir dazu, dass ich echt oft Lust auf Sex habe. Aber zum Glück gibt es da ja noch einen zweiten Mann in meinem Leben.
Mit dem traf ich mich am Donnerstag wieder. G. besuchte von Donnerstag bis Sonntag seine Eltern in der Schweiz, sodass ich das Haus für einige Tage für mich alleine habe. Das wollten L. und ich ausnutzen.
Wir trafen uns nach meinem Kliniktermin mittags bei ihm in der Wohnung und fuhren dann gemeinsam zu mir nach Hause. Er hatte einen Koffer gepackt, weil er am Freitag von mir aus direkt zum Flughafen fahren und nach Kroatien in den Urlaub mit seiner Familie fliegen würde.
Bei mir angekommen kuschelten wir uns erstmal für eine Stunde in mein Bett. Ich war etwas müde und wollte ein paar Kräfte sammeln, bevor ich um 16 Uhr noch für ein zweistündiges Coaching gebucht war.
Während des Coachings legte sich L. mit seinem Kindle ins Wohnzimmer, trank ein Bier, las und spielte mit unserem Kater Findus, den wir letzten Sonntag adoptiert haben. Der Kleine ist erst 3 Monate alt, total zutraulich und wirklich zuckersüß. G. und ich hatten schon vor einigen Monaten entschieden, dass wir irgendwann eine Katze adoptieren wollen. Tja und dann ergab sich das Ende letzter Woche ganz spontan über eine Krebsselbsthilfegruppe, in der ich aktiv bin. Jetzt sind wir Katzeneltern und total glücklich mit unserem Zuwachs.
Nach meinem Coaching kuschelte ich mich zu ihm und schlug vor, dass wir uns erst mal einen Drink mixten. Also machte ich ihm einen Gin & Tonic mit Alkohol und mir einen ohne. Mit unseren Getränken setzten wir uns auf die Palettensofas im Garten und stoßen an. Meine Eltern wohnen ja im Nachbarhaus und so kam es, dass mein Papa L. grüßte und sich irgendwann zu uns stellte, um ein bisschen mit mir zu plaudern. Sowohl L. als auch ich hatten das Gefühl, dass er auf L.’s Anwesenheit echt entspannt reagierte und sich davon überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließ. Und am Tag danach erkundigte er sich sogar bei mir, wohin L. in den Urlaub flog. Ich habe mir gegenüber meinen Eltern außerdem angewöhnt, mit ganz viel Normalität zu erzählen, was ich mit L. unternehme und da reagieren sie inzwischen auch nicht mehr mit komischen Blicken darauf. Auch nicht unbedingt mit riesigem Interesse, aber das muss ja auch nicht sein. Auf jeden Fall wird es entspannter und das freut mich.
L. und ich kochten dann gemeinsam zu Abend, was wie immer viel Spaß machte, und setzten uns zum Abendessen an den Esstisch im Wohnzimmer. Ich fragte ihn, was er von A. gehört hatte in den letzten Tagen. Sie war ja bis Freitag mit ihrem Lover im Urlaub. L. antwortete leicht genervt: „Ich habe fast gar nichts von ihr gehört. Und das ärgert mich auch ein bisschen, weil sie von mir erwartet, dass ich mich melde und erreichbar bin, wenn ich unterwegs bin. Sie meldet sich dann aber überhaupt nicht bei mir, wenn sie unterwegs ist. Sie erwartet von mir, dass ich mich an ihre Regeln halte, tut es aber selbst nicht.“
Ich brachte beim Abendessen das Gespräch auf das Thema Sex. L. ist im Vergleich zu mir wahnsinnig verklemmt, wenn es darum geht, über Sex zu reden. Und er hat eine gewisse Zurückhaltung, im Bett Neues auszuprobieren. Nicht, weil er nicht das Interesse daran hätte, sondern weil er Angst hat, etwas falsch zu machen. Mir war daher wichtig, ihm gegenüber anzusprechen, dass ich es wichtig finde, dass wir im Bett nicht zu sehr in unserer Komfortzone bleiben, sondern miteinander auch experimentieren und Neues entdecken. Wir hatten im April in Hamburg viel über Analsex geredet, weil er bisher keinen hatte, ihm bisher noch nie jemand das Poloch stimuliert hat und er auch das Poloch anderer Menschen noch nie angefasst hat. Seitdem hatten wir aber dann nie wieder darüber geredet.
Nach dem Essen räumten wir daher den Esstisch und die Küche auf und gingen dann hoch in mein Zimmer. Ich stieg kurz unter die Dusche und während er danach duschte, suchte ich den lila Spitzenbody heraus, in dem ich mich immer sexy und begehrenswert fühle, wenn ich ihn trage. Als L. mit duschen fertig war, nackt zu mir ins Zimmer kam und mich im Body entdeckte, gefiel ihm das natürlich sehr gut. Wir knutschten im Stehen miteinander rum und seine Hände streichelten vorsichtig meinen Körper. Sein Penis war schon längst steif und drückte mir angenehm gegen meinen Bauch. Ich setzte mich vor ihm aufs Bett und nahm seinen Penis zwischen meine Lippen. Ich griff L. an seinen muskulösen Oberschenkeln und blies ihm langsam einen. Sein Penis wuchs zu seiner vollen Größe an und glänzte sexy, als ich von ihm abließ.
L. drückte mich aufs Bett und auf den Rücken. Ich wurde am ganzen Körper mit Küssen verwöhnt und fühlte mich pudelwohl. Er sagte: „Ich würde dir gerne den Body ausziehen.“ Er kniete zwischen meinen Beinen und beobachtete mich, als ich erst die Träger von meinen Schultern streifte, dann langsam den oberen Teil des Bodys über meine Brüste und hinab zu meinem Bauch strich, und dann leicht meinen Po anhob, um den Body über die Hüfte zu ziehen, und zuletzt die Beine anhob, um den Body bis zu meinen Füßen zu schieben. Während des kleinen Mini-Striptease ließ ich L.’s Blick nicht los.
Als ich dann nackt war, legte er sich auf mich und küsste mich lange. Seinen nackten Körper zwischen meinen Beinen und auf mir zu spüren, macht mich immer noch genauso sehr an wie vor 8 Monaten. Mein Körper reagiert so stark darauf, wenn ich seine Haut und sein Gewicht auf mir spüre. „Dein Körper macht mich total horny.“ „Dein Körper macht dasselbe mit mir.“
Dann widmete sich L. meiner Pussy. Mit seinen Fingern streichelte er meine äußeren Vulvalippen und strich mir über die Klitorisperle. Ich fing seinen Blick ein und sagte: „Leck mich, L.“ Was er sich nicht zweimal sagen ließ. Er legte sich zwischen meine Beine und ließ mich dabei nicht aus den Augen. Ich schaute ihm in die Augen, als er anfing, mich mit seiner Zunge zu verwöhnen. Das war sehr sexy. Und so gut, dass ich irgendwann doch den Kopf in den Nacken warf und während den Orgasmen die Augen schloss, um mich meinen intensiven Gefühlen hinzugeben.
Ich kam viele male und brauchte danach erst mal eine Pause zum Runterkommen. L. legte sich neben mich, wir zogen uns eng aneinander, atmeten und küssten uns.
Als ich mich erholt hatte, fing ich an, seine Haut mit Küssen zu bedecken. All die schönen, weichen Stellen an seinem Körper, die ihn erregten und sich ganz wunderbar unter meinen Lippen anfühlen. Ich gab ihm einen Blowjob nach allen Regeln der Kunst und lies erst von ihm, kurz bevor er gekommen wäre. Ich kniete über ihm, massierte seinen Penis mit meiner einen Hand und berührte mich selbst mit der anderen. L. sah mir dabei zu, wie ich über ihm kam. Mich macht das an, wenn er mir dabei zusieht, wie ich masturbiere.
Ich legte mich neben ihm auf den Rücken und bat ihn, mich zu fingern. Als kurz darauf die Spitze seines Mittelfingers meinen G-Punkt immer wieder rhythmisch anstupste, versank ich in meiner Lust. Seine Bewegungen waren für meinen Geschmack fast etwas zu langsam und zu sanft, aber ich gab mich dem hin und genoss den Moment.
Nach einigen weiteren Orgasmen brauchte ich nochmal eine Pause zum Atmen. Doch ich hatte Lust, seinen Körper weiter zu entdecken. Ich drehte mich im Bett um, kniete mich hin und küsste mich entlang seiner langen Beine hinab zu seinen Füßen. Als ich den Knöchel seines rechten Fußes küsste und seinen Fuß mit meinen Fingern entlangfuhr, stöhnte L. auf. Er hat anscheinend genauso empfindliche Füße wie ich.
Plötzlich spürte ich zuerst L.’s Hand an meinem Po, streichelnd, und kurz darauf seine Finger an meiner Vulva. Ich stöhnte aufmunternd auf. Vorsichtig näherten sich seine Finger meinem Poloch und streichelten sanft über meine Rosette. L. feuchtete seinen Finger an und massierte dann weiter. Drang mit einem Finger ein. Das fühlte sich so gut an – ich wollte mehr. Ich schaute zu ihm: „Gleitgel und noch einen Finger.“, befahl ich. Er griff hinüber zum Gleitgel, das auf meinem Nachttisch stand. Ich entspannte mich und streckte ihm erwartungsvoll meinen Po entgegen. Ich feuchtete mir zwei Finger an und stimulierte gleichzeitig meine Klitoris. Als seine zwei Finger sich in mir bewegten, kam ich heftig.
Ich griff zu seiner anderen Hand, die meinen Rücken streichelte, und griff mir seinen Zeigefinger und Mittelfinger. „Die zwei will ich gerne in meiner Vagina.“ Als ich dann je zwei Finger im Po und in meiner Vagina hatte, explodierte ich. Meine Orgasmen waren so unheimlich intensiv, dass ich nach zwei oder drei zitternd von ihm abwich, mich umdrehte und mich bäuchlings auf ihn legte, vollkommen erschöpft und verschwitzt. Auf ihm liegend holte mich noch ein weiterer Orgasmus ein – und so zitterte und keuchte ich auf ihm weiter.
Als ich mich wieder beruhigt hatte, sagte L. zu mir: „Das war aufregend.“ Ich lächelte ihn an.
Irgendwann setzte ich mich auf und nahm seinen Penis in meine Hände. Ich verteilte etwas Gleitgel in meinen Handflächen und massierte ihn mit beiden Händen. L. schloss die Augen und genoss es offensichtlich. Ich fragte ihn: „Was willst du jetzt?“ Er: „Einen Orgasmus.“ Ich: „Und wie hättest du den gerne?“ Er: „Gerne beim Handjob.“ Kurz darauf fügte er hinzu: „Magst du mir einen Finger in den Po stecken?“ Ich war überrascht, weil ich wusste, wie viel Mut ihn das kostete. Aber natürlich ließ ich mir das nicht zweimal sagen.
Ich stand auf und schnitt mir schnell zwei Fingernägel ab, weil die echt unangenehm lang waren. Dann setzte ich mich zwischen seine Beine, hob seine Kniekehlen an und legte sie mir über die Beine. Ich griff nach dem Gleitgel und fuhr ihm kurz darauf an den Po. Und in den Po. Mit der einen Hand massierte ich seinen Penis, mit der andere stimulierte ich seine Prostata. Als er seinen Orgasmus näher kam, beugte ich mich vor und nahm seinen Penis in den Mund. Ich bewegte meine Lippen entlang seiner Eichel, massierte mit der einen Hand seinen restlichen Penis und bewegte meinen Finger in seinem Po, bis er laut stöhnend kam. Ein Teil seines Spermas lief seinen Penis herunter, einen Teil schluckte ich.
Ich setzte mich auf und fuhr mir mit dem Handrücken über den Mund. Ich grinste ihn an.
L.: „Das war krass. Ich dachte, mein Hirn explodiert.“
Ich: „Ich hab’s dir ja gesagt.“
Danach kuschelten wir noch lange miteinander. L. sagte mir irgendwann: „Du hast mir schon so viele neue Dinge gezeigt, seitdem wir uns kennen.“ Heute waren es gleich mehrere auf einmal: Erstes mal gefingert werden, zum ersten mal eine andere Frau in den Po fingern, zum ersten mal in den Mund von einer Frau kommen, zum ersten mal eine Frau doppelt penetrieren.
Und für mich war es auch ein erstes mal mit ihm. Ich hatte ihm meine versaute Seite gezeigt. Eine Seite, die ich bisher vor allem mit G. auslebe. Das hat mich Vertrauen gekostet und ein bisschen Mut.
Am nächsten Morgen schliefen wir lange aus und frühstückten im Garten. Ich war ein wenig traurig, dass wir morgens nicht nochmal Sex miteinander hatten. Am Vorabend hatten wir ja dann keinen penetrativen Sex mehr gehabt und darauf hatte ich richtig Lust. Es war eh schon eine Tortur gewesen, ihm nicht irgendwann einfach ein Kondom überzuziehen und ihn doch zu vögeln. Aber L. reagierte auf meine Berührungen am Morgen nicht so erregt wie sonst. Das fand ich schade. Ich hätte gerne nochmal mit ihm geschlafen. Aber anscheinend ist auch sein Sexdrive gerade geringer als meiner.
Ich sprach ihn beim Frühstück darauf an und fragte ihn, ob er mich immer noch so anziehend findet wie vor 8 Monaten. Er zögerte einen Moment, bevor er bejahte. Das hat mich ein bisschen verunsichert. Ich habe durch die Medikamente im letzten Monat etwas zugenommen. Und obwohl ich eigentlich nicht glaube, dass mich das in seinen Augen weniger attraktiv macht, hab ich sofort daran denken müssen.
Gleichzeitig ist mir auch nochmal klar geworden, wie wichtig mir der Sex mit ihm aktuell ist. Und das Kuscheln und Küssen. L. liebt den Sex mit mir genauso, das weiß ich. Aber er liebt an mir vor allem auch, dass ich ihn fordere und fördere. Er liebt die Gespräche mit mir und wie ich ihn immer wieder zum Nachdenken anrege. Er liebt mich als Inspirationsquelle und Partnerin.
Ich wünschte, ich könnte das Gleiche über ihn sagen. Ich hätte auch gerne eine*n Partner*in, die für mich eine Quelle der Inspiration sind und mich fordern und fördern. Meistens bin ich das aber eher für meine Partner*innen als andersherum. G. ist das für mich auch nur bedingt.
Es gibt Menschen in meinem Leben, die mich stattdessen inspirieren und mich durch ihre Fragen zum Nachdenken anregen, die mich kritisch hinterfragen und mich so fordern. Das sind aktuell aber eher Freund*innen von mir. Natürlich weiß ich, dass meine Partner*innen nicht alle meine Bedürfnisse abdecken müssen. Doch bei L. geht es mir so, dass es mich manchmal traurig und ein bisschen neidisch macht, wie viel er von mir lernt und dass das eben einseitig ist. Ich finde es schmeichelhaft, wie viel er davon profitiert, mit mir zusammen sein, weil er ganz viel lernt und ganz viel Unterstützung erfährt. Er bringt mir dafür ganz viel Wertschätzung entgegen. Und gleichzeitig fände ich es schön, wenn das Verhältnis zwischen uns ausgewogener wäre.
L. und ich sind gerade gefühlt zum ersten mal in einer Phase, in der wir keinerlei Konflikte haben und keine Themen miteinander zu klären haben. In der es einfach mal gut läuft und wir Ruhe haben und einfach glücklich zusammen sind. Das ist total schön und ich genieße das gerade sehr. Die ganzen Dates mit ihm sind gerade wahnsinnig harmonisch und schön. Ich halte mich aktuell damit zurück, mit ihm viel über A. zu reden, weil ich es gerade sehr genieße, dass wir uns einfach auf uns konzentrieren können und das gerade so gut läuft.
Und ich habe gleichzeitig auch gemerkt, dass mir unsere Klärungsgespräche fehlen, weil sie für mich immer eine riesige Intimität herstellen. Ich habe für die „guten Phasen“ noch keinen passenden Ersatz gefunden, denn anscheinend brauche ich diese tiefen Gespräche und sehne mich danach. Das führt sogar dazu – und das ist echt nicht gesund und da ärgere ich mich echt über mich selbst – dass ich nach Konfliktthemen aktiv suche. Einfach, damit es wieder was zu bereden gibt. Ich hab das jetzt in dieser Phase zum Glück bemerkt und konnte das reflektieren und hab es dann sein lassen. Aber es hat mir gezeigt, dass mir etwas fehlt, wofür ich einen gesunden Ersatz suchen möchte.
Ein Thema, was mir außerdem diese Woche aufgefallen ist, ist, dass ich seit L.’s Treffen mit S. Ende Juni den Namen S. kein einziges mal mehr gehört habe. Ein weiteres Treffen zwischen den beiden gab es nicht, aber ich weiß auch nicht, ob die zwei noch Kontakt haben und falls ja, wie der aussieht. Ich bin aktuell sehr froh darüber, dass S. und Dating insgesamt gerade kein Thema für L. sind. Und deswegen entscheide ich mich gerade auch aktiv dafür, da nicht nachzufragen, weil ich Angst habe, damit schlafende Hunde zu wecken. Ich bin gerade froh darüber, mich nicht damit auseinandersetzen zu müssen.
Alles in allem hat mich das Date mit L. daher in einem nachdenklichen Zustand hinterlassen. Es läuft gerade so gut mit ihm. Warum fällt es mir so schwer, das einfach zu genießen und nicht zu zerdenken? Warum will ich immer mehr?
Clara