Am Samstagmorgen schliefen wir aus und wachten kuschelnd miteinander auf. Wir machten zusammen Frühstück und starteten mit viel Ruhe in den Tag. Dann packten wir unsere Rucksäcke und setzten uns in die öffentlichen Verkehrsmittel, weil wir in L.’s Stadt auf einen Kunst- und Kunsthandwerksmarkt gehen wollten.
Leider war ich bei Ankunft in der Stadt total reizüberflutet und dementsprechend gestresst und fühlte mich unwohl. Zusätzlich hatte sich während unserer Fahrt noch A. zum Markt eingeladen und L. hatte es einfach zugelassen, obwohl er genau wusste, dass ich G. nicht eingeladen hatte, damit wir nochmal mehr Zeit zu zweit haben würden. Das nervte mich ganz schön.
Wir würden auf dem Markt 1-2 Freunde von L. treffen, die mich kennenlernen würden. Ich war deswegen eh schon ein wenig nervös. Dass nun auch noch A. mit dabei sein würde, machte mich noch nervöser. Immer, wenn A. in der Nähe ist, sind sowohl ich als auch L. weniger entspannt. Und ich wollte ja, dass die Freunde von L. mich mochten und wollte daher mit möglichst wenig Anspannung in die Treffen gehen.
Wir setzten uns daher erst mal für eine halbe Stunde in einen Park, damit ich runterkommen konnte. Zum Glück ging das auch relativ schnell.
Dann machten wir uns auf dem Weg zum Markt und liefen unterwegs seinem Freund N. in die Arme. N. ist ein großer, sehr gutaussehender, gut gelaunter Typ mit langen, gelockten, braunen Haaren, die er locker in einem half bun hochgebunden hatte. Ich war zu Beginn etwas zurückhaltend, aber wir verstanden uns auf anhieb gut miteinander. Und nach der ersten Stunde hatten wir dann richtig Spaß miteinander.
Wir holten uns bei einem Laden um die Ecke drei Bier und schlenderten dann in aller Ruhe über den Markt und schauten uns die Stände an. Das machte echt Spaß.
Irgendwann tauchte dann A. auf. L. und ich fragen uns bis heute, warum sie eigentlich gekommen ist. Sie hatte null Interesse an dem Markt, geschweige denn an den Dingen, die dort ausgestellt und verkauft wurden. Wir glauben, sie wollte da einfach Präsenz zeigen.
Mir fiel an dem Tag auch nochmal auf, was für einen riesigen Respekt sie anscheinend vor mir hat. Sie orientiert ihr komplettes Verhalten an mir, läuft mir hinterher, hängt an meinen Lippen, wenn ich etwas sage. Ich hingegen finde A. okay, aber habe auch eher kein großes Interesse, mit ihr enger befreundet zu sein. Ich hätte davon nicht viel, sie dagegen von einer Freundschaft mit mir schon. Das sieht auch L. so, weil ihm ja auch auffällt, wie viel selbstsicherer und reifer ich bin im Vergleich zu A. Während ich A. auch ohne eine enge Freundschaft inspiriere, ihr in Gesprächen helfe, und sie meine Meinung immer mal wieder schätzt, würde ich das von ihr nicht zurückbekommen. Abgesehen davon, dass sie eine wahnsinnig schlechte Zuhörerin ist und viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, halte ich sie insgesamt für wenig inspirierend, unreflektiert und einfach oberflächlich.
Ich frage mich tatsächlich auch manchmal, warum L. und A. seit 10 Jahren zusammen sind. Und ich weiß von L., dass er über vieles, was ich oben schreibe, seit dem Kennenlernen mit mir auch nachdenkt. Vor allem über das Thema Kommunikation. A. und L. schaffen es überhaupt nicht, in Gesprächen miteinander in die Tiefe zu gehen, ein Thema von allen Seiten zu beleuchten, sich verletzbar zu machen und ehrlich zu sein, lange über Gefühle zu reden. L. dachte über die vielen Jahre immer, dass das an ihm liegt. Dass er halt nicht gut kommunizieren kann.
Und jetzt hat er mich kennengelernt und das mit der Kommunikation funktioniert ganz hervorragend. Es fällt ihm total leicht, lange, ehrliche Gespräche zu führen und auch beim Thema zu bleiben, bis es abgeschlossen ist. Der Unterschied bin ich.
Er beschreibt das so: „Du gibt mir Pausen, um kurz über deine Fragen nachzudenken. Du stellst überhaupt Fragen. Du gibst mir die Zeit, in aller Ruhe zu antworten. Du lässt mich ausreden. Und hörst genau hin. Du gehst darauf ein, was ich sage.“ A. dagegen labert ihn halt voll, unterbricht ihn, hört nicht zu und gibt ihm gar nicht den Raum, in aller Ruhe antworten und am Gespräch teilnehmen zu können. Und das nervt natürlich ungemein, weshalb L. dann auch in Gesprächen mit A. schon nach kurzer Zeit die Lust auf das Gespräch verliert. Das ginge mir genauso an seiner Stelle.
Aber zurück zum Nachmittag. Wir trafen dann auch noch einen zweiten Freund von L. Beide reagierten übrigens total neugierig auf mich, waren offen, und unterhielten sich gerne und gut mit mir. Und ich fand es schön, zu sehen, dass L.’s Freunde so sympathisch sind. Ich finde, das spricht für L.
Alles in allem war es ein richtig schöner Tag. Nur dazu, unser Gespräch weiterzuführen, kamen wir an dem Tag nicht mehr. Ich bat L. abends, mich noch kurz zum Bahnhof zu begleiten, damit wir noch ein paar Minuten alleine haben könnten. Das war auch gut so, denn er fragte mich, kurz bevor ich in den Bus stieg: „Hast du am Montag dann nochmal zwei Stunden für mich, damit wir uns nochmal unterhalten können?“ Am Montag würde mein Geburtstag sein und L. würde abends zum Feiern vorbeikommen. Ich antwortete: „Ich sorge dafür, dass wir die Zeit haben.“
Dann fuhr ich nach Hause, wo schon G. auf mich wartete, damit wir zusammen den ESC anschauen konnten. Es war ein lustiger Abend mit G. Wir schauen die Show jedes Jahr und machen währenddessen ein bewährtes Trinkspiel. Das macht immer wieder Spaß.
Am Sonntag waren G. und ich zum Muttertagsfrühstück bei meinen Eltern eingeladen. Nachmittags ruhten wir uns ein wenig aus und planten die bald statt findende Einweihungsparty in unserem Haus. Und abends hatte G. eine Überraschung bezüglich meines Geburtstags geplant. Wir machten uns gegen 16 Uhr fertig und ich packte den Umschlag auf. Heraus kamen zwei Tickets für das Tarzan-Musical in Stuttgart.
Wir gingen vor der Vorstellung noch Burger essen und schauten dann das Musical an. Das war richtig cool und ein richtig schöner Pärchenabend mit G.
Und dann wachte ich am nächsten Morgen auf und hatte Geburtstag. Ich hatte mir den Tag freigenommen und blieb einfach daheim und machte mir einen schönen Tag. Vormittags kam meine Patentante zum Kaffee vorbei, der ich bei dieser Gelegenheit auch noch von G. und meiner polyamoren Beziehung erzählte. Sie reagierte total entspannt, wobei ich nicht sicher bin, ob sie bei ihren eigenen Kindern auch so entspannt reagiert hätte. Mir war es aber wichtig, ihr endlich davon zu erzählen, weil auch sie zu unserer Einweihungsparty kommen würde und dort sowohl L., als auch Ls., also auch meine alte Freundin S. und auch G.’s Freund*in A. dabei sein würden. Alle Gäste auf unserer Party wissen über unsere offene Beziehung Bescheid – und dennoch wird es die erste Party sein, auf der wir unsere Partner*innen mit dabei haben. Ich bin sehr gespannt, wie wir uns fühlen werden. Aber ich freue mich riesig darauf.
Mittags kam meine Schwester vorbei, nachmittags meine andere Tante und meine Eltern. Und dann war es abends. G. bereitete in der Küche alles fürs Abendessen vor. Wir wollten im Racletteofen Mini-Pizzas machen. Mein Wunsch für den Abend war ein romantischer Abend zu dritt mit L. und G. Ursprünglich hatte ich meine Schwester und meine Eltern für den Abend eingeladen. Aber etwa eine Woche vor meinem Geburtstag hatte ich mich nochmal umentschieden, weil ich so gerne den Abend mit L. und G. verbringen wollte. Ich hatte also meine Family wieder ausgeladen und stattdessen L. eingeladen. Ich wollte den Abend gerne mit Menschen verbringen, die mich lieben.
Als L. kam, machte ich uns erst mal drei Moscow Mules und wir setzten uns eine Weile auf die Gartentreppe. L. sah wahnsinnig gut aus, G. sah wahnsinnig gut aus, und ich hatte ein bodenlanges schwarzes Kleid mit einem langen Schlitz am Bein an und fühlte mich sexy und begehrenswert. Es lief chilliger Techno, die Drinks waren gut, meine Männer hot. Es passte für mich alles und ich war glücklich.
Der ganze Abend war einfach schön. Wir hatten Spaß, es war entspannt, alle fühlten sich wohl. Meine Männer machten meinen Geburtstag zu etwas Besonderem. G. noch etwas mehr, weil er sich die Überraschung am Vortag überlegt hatte und an meinem Geburtstag alles mögliche für mich möglich machte: Er machte morgens Pancakes, ging einkaufen fürs Dinner, war dabei wenn meine Gäste kamen, bereitete alles fürs Dinner vor, war gut gelaunt. G. war wirklich ein Riesenschatz an meinem Geburtstag und dafür bin ich total dankbar.
Und weil der Abend so schön war, wollte ich ihn auch nicht beenden, um noch das Gespräch mit L. zu führen. Ich wollte einfach Geburtstag haben und den Abend genießen.
Irgendwann hatte ich aber Lust, mit L. ins Bett zu gehen und noch etwas zu kuscheln, bevor es Schlafenszeit war. Da war es auch schon halb elf abends und wir mussten alle am nächsten Tag früh raus. Wir räumten alle zusammen den Tisch ab und gingen dann hoch, putzten unsere Zähne, G. ging in sein Bett, und L. und ich in meines.
Und dann kamen wir doch noch ins reden. Wir redeten bis um 2 Uhr morgens miteinander, wobei dieses mal L. viel mehr zu sagen hatte als ich.
Er hatte sich wahnsinnig viele Gedanken gemacht seit unserem Gespräch am Freitag. Ihm sei klar geworden, wie wichtig ich ihm bin und wie wichtig es ihm ist, dass es mir gut geht. Obwohl er von mir seit Monaten vorgelebt bekommen hatte, wie man sich in so einer polyamoren Beziehung bestmöglich verhalten kann, hat er es nicht geschafft, dass auf sich zu übertragen. Und das tat ihm wahnsinnig Leid, denn heute sei ihm klar, dass das eigentlich gar nicht so kompliziert ist. Sein Fehlverhalten und meine Schilderung dessen hätten ihm gezeigt, was es von ihm braucht.
Außerdem gefällt ihm meine Art, eine Beziehung zu führen, viel besser. Er kannte dieses Level an Rücksichtnahme bisher so nicht, aber er wünscht sich auch für sich selbst, dass seine Beziehungen so ablaufen, wie ich das beschreibe und einfordere.
Außerdem sei ihm klar geworden, dass er nicht mit einem guten Gewissen auf die Dates mit S. gehen kann, wenn er nicht weiß, dass es mir damit nicht gut geht. Er sagte mir: „Du hast du schon eine Macht. Wenn ich weiß, dass du etwas nicht willst, dann würde ich es auch nicht machen.“
L. lag während des Gesprächs die meiste Zeit auf mir, seine Hände auf meinem Bauch, sein Kinn gebettet auf seine Hände, und schaute mir in die Augen. Das Gespräch war total schön. Er sagte sehr viel, aber er machte vor allem klar, dass er die Beziehung mit mir will – mit allem, was dann auch an Commitment, Beziehungsarbeit und Kommunikation und Rücksichtnahme dazugehört. Dass er meine Art, Beziehungen zu führen, wunderschön findet und das genauso will. Dass er an sich arbeiten will und lernen will, besser zu kommunizieren. Dass ich ihm wahnsinnig wichtig bin und er mich nicht verlieren will.
Der Mann liebt mich wirklich. Und er meint es ernst mit mir. Er hat sich meine Kritik und meine Themen voll zu Herzen genommen, sich viele Gedanken dazu gemacht, und ist zum Schluss gekommen, dass er meine Gedanken voll und ganz nachvollziehen kann und mir in meinen Überzeugungen und Meinungen Recht gibt. Und dass er von mir lernen will.
Er brachte dann auch das Gespräch noch auf S. und fragte mich: „Ich würde gerne wissen, wie du dich in Bezug auf S. fühlst?“ Ich sagte: „Ich weiß es nicht, denn ich weiß eigentlich gar nichts über eure Beziehung. Wie fühlst du dich denn in Bezug auf S.?“ Er erzählte mir, dass er sie sympathisch und spannend und interessant findet, und dass es da auch eine sexuelle Anziehung gibt und er auch ein sexuelles Interesse an ihr hat. Dass er weiterhin Lust darauf hat, sie zu daten, aber sichergehen will, dass es mir damit gut geht.
Ich erzählte ihm, dass das bei mir schon Unsicherheiten auslöst, weil ich einfach Angst habe, dass es ihm zu viel werden könnte oder sich deren Beziehung negativ auf unsere auswirkt. Dass ich aber grundsätzlich gar nichts dagegen habe, wenn er sich mit anderen Menschen trifft. Und dass ich mehr Transparenz von ihm brauche. Dass ich wissen will, wie sich die Beziehungen zu anderen Menschen entwickeln. Dass er sich darum kümmern muss, vor den Dates den Konsens mit mir herzustellen und mich zu fragen, wie es mir damit geht. Dass ich das Gefühl brauche, dass er mich nicht vergisst. Und dass ich nach den Dates von ihm hören will, wie es war.
Als L. sich dann nachts um 2 an mich kuschelte und wir das Licht ausmachten, um zu schlafen, fühlte ich mich sehr geliebt und glücklich.
Morgens um 6.30 klingelte dann schon der Wecker. Ich machte uns Kaffee, bevor wir ins Auto stiegen und Richtung Klinik fuhren. Ich setzte ihn davor daheim ab. Glücklicherweise bekam ich an dem Tag in der Klinik die Nachricht, dass es meinem Herz wieder gut geht und ich auch langsam wieder mit Sport beginnen durfte.
Nach dem Klinikbesuch besuchte ich L. nochmal kurz für einen Kaffee. Wir setzten uns auf die Terrasse vor seiner Wohnung und unterhielten uns ein bisschen. Es war kein langer Besuch, aber schön, ihn nochmal wiederzusehen.
Ich fragte ihn, ob er am Samstag, wenn die Einweihungsparty abends ab 20 Uhr stattfinden würde, schon mittags um 14 Uhr kommen wollte, damit wir ein paar Stunden Zeit hätten, bevor wir uns danach schon wieder drei Wochen lang nicht sehen würden. Er wird das möglich machen und wir freuen uns beide schon darauf. Vor allem, weil wir an meinem Geburtstag keinen Sex miteinander hatten, weil ich prompt an dem Tag meine Periode bekommen hatte und echt stark blutete an dem Tag. Und der Sex ist uns beiden irgendwie total wichtig. Außerdem freue ich mich darauf, mich dann auch abends zusammen mit ihm und G. fertig zu machen und vielleicht schon mal miteinander anzustoßen, bevor die ersten Gäste kommen. Das wird schön. Es kommen um die 40 Leute, die Bude wird voll, und ich hab soooo Lust auf dieses Fest.
Gestern war dann mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub. L. meldete sich irgendwann nachmittags und fragte, ob ich abends Zeit zu telefonieren hätte. Ich rief ihn gegen 20.30 Uhr an, nachdem ich mit G. und einer Kollegin, die spontan noch vorbei kam, zu Abend gegessen hatte.
Wir redeten lange über die 5 Love Languages. Das ist ein Thema, worüber ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht habe. Meine Love Languages sind Word of Affirmation und Physical Touch. Die von G. vor allem Acts of Service. Das ist in der Beziehung mit G. ein riesiges Thema, weil wir uns immer wieder nicht von der anderen Person geliebt fühlen, weil wir uns das so dermaßen unterschiedlich zeigen. Wir müssen uns immer wieder aktiv daran erinnern, auch die Love Language der anderen Person zu verwenden. Das kostet Energie und geht nicht so leicht von der Hand wie die eigenen Love Languages.
L. hat glaube ich die gleichen Love Languages wie ich und ich finde es so krass, was das für einen Unterschied macht. Wie leicht sich alles anfühlt. Wie schnell ich mich geliebt und nah zu ihm fühle, weil er mir so viele Komplimente macht, mir sagt, dass er mich liebt, dass er mich vermisst. Weil er mich ständig berührt, umarmt, viel kuschelt, sich Zeit für Berührungen nimmt, und auch so wahnsinnig schön streichelt. Es ist Wahnsinn, welche Nähe dabei entsteht. Das habe ich so mit G. nicht – und genieße es daher wahrscheinlich umso mehr.
Und dann meinte er irgendwann: „Ich habe da noch ein Thema, über das ich mit dir sprechen möchte. S. hat mich gefragt, ob ich am Donnerstagabend Lust habe, mich mit ihr zu treffen. Ich habe ihr jetzt noch nicht zugesagt, weil ich erst mit dir darüber reden wollte. Ob dir das vielleicht zu schnell geht, weil wir unsere Themen erst vor zwei Tagen geklärt haben. Und ich wollte fragen, wie du dich damit fühlst?“ Ich fragte ihn, was denn der Plan für das Date war. Er meinte, dass sie einen feministischen Vortrag besuchen wollten und S. vorgeschlagen hatte, dass er danach mit zu ihr kommen könnte und bei ihr übernachten könnte.
Ich war nicht begeistert. Der Gedanke, dass er Sex mit ihr haben würde, störte mich enorm und machte mich direkt eifersüchtig. Ich fragte mich auch direkt, woher diese Eifersucht kommt und weiß es bis jetzt noch nicht so genau. Ich erzählte ihm das alles. Auch, dass es mir schon irgendwie zu schnell geht. Und auch, dass mich wohl auch stört, dass er anscheinend Zeit für ein Date hat und ich ihn gerne noch ein weiteres mal getroffen hätte diese Woche, aber mich nicht getraut hatte, weil ich nicht aufdringlich sein wollte. Und mich das jetzt nervt, dass es wohl möglich gewesen wäre, aber er sich jetzt stattdessen mit ihr trifft.
Letztendlich sagte ich ihm aber auch, dass es mir gut genug geht, um alle negativen Emotionen, die durch das Date bei mir entstehen, auszuhalten. Und dass es für mich okay ist, wenn er auf das Date geht. Und dass wir uns zu gegebenem Zeitpunkt eh auch damit auseinander hätten setzen müssen, wie sich das für uns anfühlt, wenn wir andere Leute daten.
Das gute an der jetzigen Situation ist, dass er am Samstag ja bei mir sein wird und wir dann gleich darüber reden können, wie es uns ging. Das erzeugt bei mir ein Gefühl von Sicherheit. Und gibt mir die Kraft, mich auch damit auseinanderzusetzen, woher die Eifersucht bei mir gerade kommt.
Interessanterweise konnte er meine Eifersucht gut nachfühlen, denn ihm geht es aktuell genauso, wenn ich über Ls. rede. Ich habe eine riesige Sehnsucht nach Ls. und erzähle L. davon auch immer wieder. Ich habe sehr große Lust, Ls. wieder zu daten, weil ich die Gespräche mit ihr vermisse, die gemeinsamen Stunden, und auch das Kuscheln und den Sex. Die Dates mit ihr haben mir schon immer sehr viel gegeben, weil wir uns so schön miteinander treiben lassen konnten. Und ich vermisse sie, weil ich in ihr eine Gesprächspartnerin hatte, die sogar noch besser kommunizieren konnte als ich. Meine Männer sind tolle Menschen, aber ich bin diejenige, die in diesen Beziehung gut kommuniziert und den Verlauf der Gespräche positiv beeinflusst. Mit Ls. hatte ich da eine Gesprächspartnerin auf Augenhöhe. Und das war so schön, weil ich einmal nicht moderieren musste. Weil wir uns beide um die Gesprächsführung gekümmert haben.
L. meinte, dass er sich sehr gut vorstellen kann, wie eifersüchtig er sein wird, wenn ich Ls. wieder date und bei ihr übernachte, und er genau weiß, dass ich gerade in seiner Stadt bin aber in einem anderen Bett, nur 500m von ihm entfernt, liege. Weil ich dann ja auch bei ihm liegen könnte.
Also wird er heute Abend auf sein drittes Date mit S. gehen. Und ich werde beobachten, was das mit mir macht. Und ich habe direkt von ihm gezeigt bekommen, dass er verstanden hat, wie er sich mir gegenüber verhalten muss, damit es für mich auch in Ordnung ist. Er hat mit mir geredet, bevor er S. zugesagt hat. Er hat wirklich nachgefragt, wie es mir damit geht. Und hat auf mich geachtet. Es fühlt sich gut an, dieses Verhalten von ihm gesehen zu haben und zu sehen, dass er gecheckt hat, worauf es mit ankommt.
Ich hoffe, euch hat Teil 2 gefallen und ihr habt dem Happy End entgegengefiebert. Denn es fühlt sich für mich ein bisschen an wie ein Happy End. Mit L. ist nach allen Gesprächen der letzten Woche nicht nur alles wieder im Lot, sondern jetzt sitzt alles an der richtigen Stelle. Wir haben so viele wichtige Themen klären können, dass ich wieder ganz viel Vertrauen zu ihm aufbauen konnte und mich sicher mit ihm fühle. Wir sind als Paar nochmal viel weiter zusammengewachsen, weil die Regeln unsere Beziehung klarer geworden sind. Weil klarer geworden ist, was für eine Beziehung wir miteinander führen wollen: Eine sehr enge, sehr committete, feste, romantische Beziehung.
Langweilig wird das mit den Beziehungen wohl nie.
Eure Clara
Ich freue mich sehr über euer Happy End!
Und ich bin schon sehr gespannt, wie es für dich war, als L. und S. ihr Date hatten.
Aber das Wichtigste von allem: Nachträglich alles Liebe für dich – vor allem ganz viel Gesundheit! Auf ein Lebensjahr, in dem viele schöne Dinge passieren.
Habt eine schöne Einweihungsparty (auch auf den Beitrag bin ich schon sehr gespannt).
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Danke für die Glückwünsche!
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