Am Samstag war das nächste Date geplant. L. würde bei mir übernachten. Wir freuten uns beide im Voraus unheimlich auf das Date, weil wir uns endlich komplett ungestört und mit viel Zeit näher kommen können würden.
Ich hatte ihn gefragt, ob er direkt zu mir kommen möchte, oder ob wir uns vorher noch in der Stadt auf einen Kaffee treffen sollen. Er entschied sich für den Kaffee. Für mich fühlte sich das auch richtig an, weil wir so ein bisschen miteinander warm werden können, bevor er zu mir nach Hause kommt, dort auch auf G. trifft, und wir wahrscheinlich beide ein bisschen nervös sind.
Da ich kurz vor Weihnachten eine recht große OP hatte und mich über die Feiertage und zwischen den Jahren schonen musste, hatte ich davor tagelang nur für kurze Spaziergänge das Haus verlassen. Mit den neuen Narben am Körper fühlte ich mich nicht sehr schön in meinem Körper, selbst als ich meine blaue Spitzenunterwäsche anzog, die sonst immer dafür sorgt, dass ich mich sexy und begehrenswert fühle. Daher machte ich mich richtig hübsch in der Hoffnung, dass ich mich dann besser fühlen würde. Ich duschte, ölte meinen Körper ein, machte mir Wellen ins Haar, schminkte mir die Augenbrauen, suchte ein Outfit aus, in dem ich mich cute fand und das nicht an meinen Narben rieb, legte passenden Goldschmuck an und trug etwas Parfüm. Ich fand, dass ich hinwerfend aussah und fühlte mich viel wohler in meiner Haut.
Auf dem Weg zum Date und als ich am vereinbarten Treffpunkt wartete, war ich richtig nervös. Und genoss dieses Gefühl der Aufgeregtheit mit jeder Faser meines Körpers.
Ich liebe das am Daten: Die Nervosität, der Thrill, die Ungewissheit, sich vorher darüber Gedanken zu machen, was man anzieht. Einfach schön.
L. sah umwerfend aus, als er auf mich zulief. Er trug wie immer seine weißen Sneaker, Jeans, eine dunkelgrüne Jacke, die er offen trug. Ich finde seine offen getragenen Jacken sehr sexy. Auf mich wirken sie wie eine Einladung, mit den Händen darunter zu fahren, seinen festen Oberkörper zu streicheln, mich an ihn zu ziehen, und ihn zu küssen. Und vielleicht mit meinen Händen unter sein Shirt zu gleiten.
Wir umarmten uns zur Begrüßung und liefen los Richtung Café. Sofort suchte ich die Nähe, hakte mich bei ihm ein und blieb beim Gehen nah an seiner Seite.
Im Café unterhielten wir uns gut über Weihnachten, unsere Familien, und vieles mehr. Es war ziemlich laut in dem Café, aber ich war so gebannt von ihm, dass ich das kaum mitbekam. Irgendwann griff er nach meinen Händen und fing an, sie zu streicheln. Ich war immer noch nervös, aber alles fühlte sich sehr harmonisch an.
Als wir später bei mir daheim ankamen, schauten wir uns kurz das Haus an, das G. und ich gemeinsam gekauft hatten und gerade renovieren. Ich freue mich schon darauf, wenn wir voraussichtlich im Februar/März einziehen können. Aktuell wohnen G. und ich bei meinen Eltern im Haus daneben. Ist eine lange Geschichte und alles halb so wild, aber das führt leider aktuell noch dazu, dass wir nicht komplett frei Leute einladen können. Meine Eltern wissen von unserer offenen Beziehung (noch) nichts. Wir können daher immer nur dann ganz frei unsere Liebhaber*innen mit nach Hause nehmen, wenn meine Eltern verreist sind. So wie jetzt gerade.
Als L. und ich zurück im Haus meiner Eltern waren, fragte ich ihn, ob er lieber aufs Sofa im Wohnzimmer mit semi-viel Privatsphäre möchte, oder hoch in mein Schlafzimmer mit viel Privatsphäre. Es wurde das Sofa. Ich holte uns zwei Winterbier aus dem Keller und wir setzen uns nah beieinander ins Wohnzimmer. Wir plauderten und kuschelten, während G. in der Küche begann, das Abendessen zu küssen. L. und G. sollten sich heute beim Abendessen kennenlernen. Abgesehen von dem kurzen Treffen im Krankenhaus, kannten sie sich noch nicht.
Das Abendessen verlief unkompliziert und nett. Ich hatte im Voraus etwas die Sorge, ob die zwei ein gutes Gespräch miteinander zustande bekommen, weil sie beide recht introvertiert sein können. Doch die zwei verstanden sich auf Anhieb gut und fanden alle möglichen Themen, über die sie reden konnten. Mir ist es nicht superwichtig, dass sich meine Partner*innen alle gegenseitig super finden, aber es macht natürlich vieles einfacher, wenn zumindest eine Grundsympathie da ist.
Nach dem Abendessen gingen L. und ich nach oben in mein Schlafzimmer. Ich machte uns Musik an (Low-Key Techno) und wir legten uns auf mein Bett. L. fackelte nicht lange und fing direkt an, mit mir rumzuknutschen und meinen Körper zu streicheln. Angesichts der letzten Male, als wir gekuschelt haben und uns näher gekommen sind, war ich davon überrascht. Er war sonst immer sehr langsam und fast übervorsichtig vorgegangen. Also schmunzelte ich ein wenig in mich hinein und genoss seine Berührungen.
In den nächsten drei Stunden gaben wir uns unseren Körpern, Mündern, Fingern, Lippen und Berührungen voll und ganz hin. Seine nackte Haut fühlte sich wahnsinnig gut an. Ich mag sein tiefes Stöhnen und Schnurren, wenn ich ihn küsse oder streichle. Ich fühlte mich wohl und genoss es, ihm ausgiebig einen zu blasen, ihn zu küssen, und mich hin und wieder selbst zu befriedigen. Ich fühlte mich sexy und wohl in meiner Haut. Ich vergas meine Narben komplett, ich vergas die Zeit, ich war ganz im Moment mit diesem schönen Mann.
L. streichelte mich am ganzen Körper, leckte mich, fingerte mich, küsste mich. Ich sagte ihm mehrmals, was ich mir wünsche und bekam alle Wünsche erfüllt. Seine Berührungen fühlten sich so gut an, dass ich viele male kam und immer heißer wurde. Ich wollte ihn so gern in mir spüren.
Wir holten ein Kondom und er zog es sich über. Ganz vorsichtig drang er in mich ein, schloss die Augen, und bewegte sich behutsam. Ich zog ihn an mich ran, wollte ihn tiefer spüren. Ich verschmolz im Moment. Ich war mal oben, dann wieder unten. Wir schwitzten, waren mal schnell, mal langsam. Schauten uns immer wieder in die Augen. Oder schlossen sie aus purem Genuss.
Ich war irgendwann richtig erschöpft von den vielen Orgasmen. Als L. auch gekommen war, kuschelten wir uns aneinander, lauschten der Musik und genossen das gemeinsame After Sex High. Wir zogen die Decke über uns, streichelten uns. Ich fühlte mich total sicher mit ihm, fühlte mich begehrt und unheimlich zu ihm hingezogen.
Er streichelte mein Gesicht, fuhr mit dem Finger meine Augenbrauen nach, entlang meiner Nase, meiner Lippen, und streichelte einen Kreis auf mein Kinn. Er schaute mich aus seinen blauen Augen an und sagte: „Du hast ein wunderschönes Gesicht, Clara. Und ich liebe deine Sommersprossen.“
L. ist fünf Jahre jünger als ich. G. nennt ihn daher im Spaß mein „Kitten“. Was im Spaß angefangen hat, empfinde ich inzwischen irgendwie sexy. Mein Kitten. Mein 5 Jahre jüngerer Lover mit dem schönen, durchtrainierten Körper, der sexy Körperbehaarung, den schönen blauen Augen und dem schönen, großen Penis. Schnurr.
Nach vier Stunden Sex und Kuscheln putzten wir uns die Zähne und gingen schlafen. Ich bin es nicht gewohnt, mein Bett zu teilen, und schlief daher wenig in dieser Nacht. Gleichzeitig fand ich es super schön, einen schlafenden, tief atmenden, L. neben mir zu spüren.
Wir wachten morgens kuschelnd auf und blieben noch gemeinsam im Bett unter der warmen Decke. Mein Rücken wurde gestreichelt und wir wurden gemeinsam wacher.
Von G. bekomme ich leider stets zu wenig Kuscheleinheiten, weil ihm das Kuscheln nicht so liegt. Das war früher anders, aber seitdem wir zusammenwohnen, ist das viel weniger geworden. Ich bin daher stets unterkuschelt und sehr froh über L. (Kitten) und meine andere Liebhaberin L. (über die ich noch nichts geschrieben habe) und dass beide sehr gerne und viel mit mir kuscheln. Das tut so gut und ich brauche das zum Glücklichsein.
L. und ich frühstückten noch miteinander und dann brachte ich ihn zum Bus. An der Haltestelle knutschten wir, meine Hände umarmten seinen Oberkörper unter seiner Jacke. Als sein Bus kam, stieg ein leicht erregter L. hinein und fuhr nach Hause.
Wir haben uns bereits für Donnerstag verabredet. Meine Eltern sind noch auf Reisen, sodass er nochmal zu mir kommen kann. Darauf freue ich mich schon.
L. ist eines meiner Highlights im Jahr 2023. Nicht das einzige, aber auf jeden Fall eines, das zum Ende des Jahres ganz überraschend noch seinen Weg in mein Leben gefunden hat. Und worüber ich gerade sehr glücklich und dankbar bin.
Ich freue mich sehr auf 2024. Ich werde in mein eigenes Haus einziehen und mir zusammen mit G. dort ein langfristiges Zuhause ganz nach unserem Geschmack bauen. Mit L. und L. habe ich zudem zwei ganz tolle Menschen in meinem Leben, die immer wieder für Abenteuer, Abwechslung, Liebe und Kuscheleinheiten sorgen.
Mein Plan ist, euch 2024 wieder mehr in meinem Leben mitzunehmen. In meinem neuen Schlafzimmer werde ich einen Schreibtisch nur fürs Schreiben haben. Ich habe es sehr vermisst, mir regelmäßig die Zeit für Texte zu nehmen.
Seid also gespannt. Ich bin es auch.
Eure Clara
Ich bin wahnsinnig gespannt, freue mich auf weitere Texte und wünsche dir ein ganz hervorragendes 2024!
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Danke! Das wünsche ich dir auch 🙂
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